Lexikon D
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Darmprobleme und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Probleme mit dem Dünndarm häufig bei Menschen auftreten, denen es schwer fällt, die Dinge des Alltags aufzunehmen, die gut für sie sind. Man verliert sich oft zu sehr in Einzelheiten und ein kleines Problem löst große Ängste aus. Probleme mit dem Dickdarm treten oft bei Menschen auf, denen es schwer fällt, alte Ansichten und Überzeugungen loszulassen, die ihnen nichts mehr nutzen oder dazu neigen, die Ideen anderer zu verwerfen, obwohl sie ihnen nutzen könnten. Anstatt die guten Seiten einer Sache zu sehen, flucht man schnell und oft. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Demenz
Der Begriff „Demenz“ bezeichnet das vorzeitige Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit. Vergesslichkeit bedeutet noch keine Demenz, sondern dafür gibt es zahlreiche Gründe. Unter einer Demenz versteht man die Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen. Dieses Nachlassen betrifft zunächst die Aufnahme und das Wiedergeben neuer gedanklicher Inhalte, so dass die Orientierung (wo man ist, was passiert gerade), die Urteilsfähigkeit, aber auch die Sprach- oder Rechenfähigkeit sowie Teile der ursprünglichen Persönlichkeit untergehen. Das kann sich bei kleinsten Alltagsaktivitäten wie Waschen, Kochen oder Einkaufen bemerkbar machen. Die Betroffenen können aggressiv oder enthemmt, depressiv oder in der Stimmung sprunghaft werden, was für Angehörige und pflegende Personen erhebliche Schwierigkeiten aufwirft. Es ist eine häufige Erkrankung. Nach Schätzungen von Patientenverbänden leben in Deutschland weit über eine Million Menschen mit altersbedingten vorzeitigen Hirnleistungsstörungen.
Wie entsteht eine Demenz?
Prinzipiell können alle Veränderungen im Gehirn das Bild einer Demenz hervorrufen. Solche Veränderungen können durch andere körperliche Erkrankungen entstehen, vor allem durch Durchblutungsstörungen. Bei dieser „vaskulären Demenz“ kommt es häufig schlagartig zur Verschlechterung der Hirnleistung und es treten oft anderweitige Zeichen eines Schlaganfalles wie Seh- oder Sprachstörungen auf. Die häufigste Ursache einer Demenz ist der 1906 von dem deutschen Neuropsychiater Alois Alzheimer beschriebene und später nach ihm benannte Abbau von Nervenzellen. Ähnlich wie bei der „Alzheimer-Demenz“ gibt es weitere typische Abbauprozesse im Gehirn, die mit einer Demenz einhergehen. Auch Stoffwechselstörungen wie Vitamin-B-Mangel Schild-drüsenerkrankungen, chronische Vergiftungen wie bei der Alkoholabhängigkeit, raumfordernde Prozesse oder Infektionen des Gehirns können zu einer Demenz führen und sind häufig behandelbar. Die Unterscheidung dieser Ursachen muss durch den Fachmann vorgenommen werden und ist auch dann nicht immer ganz einfach, zumal häufig ein Überlappen mehrerer Ursachen vorliegt. So führen die „Volkskrankheiten“ erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) oder Diabetes mellitus zu einer Verschlechterung einer bestehenden Demenz oder rufen die Hirnschädigung durch Durchblutungsstörungen selbst hervor.
Wie wird eine Demenz behandelt?
Das wichtigste ist zuerst eine Demenz von anderen Erkrankungen zu trennen, die manchmal schwer zu unterscheiden sind, wie zum Beispiel eine Depression. Dann müssen mögliche ursächlich behandelbare Erkrankungen ausgeschlossen werden. Steht dann am Ende einer Vielzahl von Untersuchungen die Diagnose fest, müssen behandelbare Ursachen – häufig auch von Kollegen anderer Fachrichtungen – grundsätzlich behandelt werden. Jedoch gibt es für die Mehrzahl der Demenzerkrankten derzeit keine Heilung, aber ein Aufhalten des Hirnabbaus – etwa bei der Alzheimer- oder der vaskulären Demenz. Für alle Demenzerkrankten gilt, dass wir als Nervenärzte dem Abbau der geistigen Fähigkeiten nicht tatenlos zusehen. Ziel der Bemühungen ist es, dass die Betroffenen möglichst lange ihren Alltag selbst bewältigen können. Dazu gehören häufig auch Zusatztherapien wie Ergotherapie oder Krankengymnastik, um die geistigen und körperlichen Funktionen zu trainieren und dadurch aufrechtzuerhalten. Auch mit Medikamenten kann heute einiges erreicht werden. Ziel ist dabei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar vorübergehend zum Stillstand zu bringen. Diese Substanzen wirken individuell sehr unterschiedlich. Ein Behandlungsversuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn er vielleicht nicht zu besonders deutlichen Veränderungen führt. Da eine Demenz laufend fortschreitet, muss nämlich schon eine ausbleibende Verschlechterung als Behandlungserfolg verstanden werden. Siehe auch "Für Angehörige"
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Denker"
ist ein "Enneagramm"-Typus. Das für "Denker" wesentliche Verhalten ist durch Distanznahme zu seiner Umwelt geprägt. Dabei sucht er hauptsächlich Schutz vor zu viel emotionaler Nähe oder Berührung. Sein Kontakt zur Umwelt findet quasi nur gefiltert statt. Als Filter setzen "Denker" ein systematisierendes und Überblick verschaffendes Denken ein. Emotional berührende Erfahrungen halten sie auf Distanz, indem sie diese in größere Zusammenhänge eingebettet und somit lediglich theoretisch und analytisch betrachten.
Das Problem ist, dass "Denker" ihre Rückzugsgefilde unbedingt brauchen, in denen sie für sich sein können. Sie ertragen keine Aufdringlichkeit oder Eindringlinge. Allerdings bedeutet dieses distanzierte Weltverhältnis keine strikte Abkehr von der Welt. Im Gegenteil suchen "Denker" intensiv nach Informationen, Gedanken und Theorien über die Welt, die sie ihren Systemen und Gedankengebäuden einverleiben können. Dieser angehäufte Schatz dient dann als Schutzwall vor den andrängenden Erfahrungen, die sie berühren könnten. Bei vielen Denkern äußert sich dies auch im Sammeln nach außen sichtbarer „Schätze“, seien es Figuren, Münzen, Bücher oder Briefe.
Das (unterdrückte) Gefühl: Das, was die "Denker" emotional antreibt, ist das „emotionale Behalten-wollen“. Sie horten ihre „Schätze“ und stellen sie um sich herum auf, um die Zudringlichkeiten der Welt abzuwehren. Würden sie von ihren Schätzen abgeben, so hieße das, den Schutz zu verlieren. Und da sie keine Nähe zulassen wollen, geizen sie vor allem mit ihrer eigenen Person. Sie bleiben in zwischenmenschlichen Beziehungen war stets höflich und freundlich, aber immer unterkühlt und beobachtend.
Der Abwehrmechanismus, den die "Denker" ausprägen, ist die Vermeidung durch Rückzug. Geraten sie in emotional aufgeladene Situationen, die ihren ruhigen Beobachtungsposten gefährden, ziehen sie sich zurück, verlassen den Raum oder hüllen sich in Schweigen. Danach treffen sie alle nötigen Vorkehrungen, um nicht mehr in eine solche Situation zu geraten. Da der Wunsch, ihre Gedankengebäude mit weiterem Wissen und mehr Informationen anzufüllen, sie der Welt aber immer wieder in die Arme treibt, lassen sich erneute Anlässe zum Rückzug kaum vermeiden.
Lösung: Dem Dilemma, sich der Welt immer wieder zuwenden zu müssen, um daraus das Wissen zu gewinnen, das letzten Endes vor ihr schützt, kann der "Denker" nur entrinnen, wenn er sich von Erfahrungen berühren lässt. Dazu gehört in erster Linie die Annahme des eigenen "Ich". Lebendige Erfahrungen gewinnen "Denker" nur durch eine authentische, geerdete Selbstwahrnehmung. Der Abstieg aus dem Elfenbeinturm beginnt mit der Beheimatung im eigenen "Ich".
Ein interessantes Buch: "Das Enneagramm: Die neun Gesichter der Seele" von Richard Rohr und Alexander Ebert
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Denkstörungen
Es handelt sich um Störungen des Gedankenganges, entweder formal ("Wie wird gedacht?") oder "inhaltlich" ("Was wird gedacht?"), die sich selbstverständlich vor allem in Störungen des Sprachablaufes äußern.
Formal kann der Gedankengang verlangsamt (Denkverlangsamung), gehemmt (Denkhemmung), umständlich (Umständlichkeit), weitschweifig (Weitschweifigkeit) oder eingeengt (Einengung oder Grübeln) sein. Der Gedankengang kann blitzschnell von einem Inhalt zum anderen springen (Ideenflucht) oder so springen, dass sich überhaupt kein roter Faden mehr finden lässt (Zerfahrenheit). Gedanken können auch "abreißen" (Gedankenabreißen).
Inhaltlich kann der Gedankengang gestört sein, indem er "Wahn" ausbildet.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dependente Persönlichkeit = Abhängige Persönlichkeit
Dieses Muster an Gefühlen, Gedanken und Verhalten ist geprägt durch Abhängigkeit, fehlendes Durchsetzungsvermögen und das Anklammern an andere. Die Grundannahme ist, selbst hilflos zu sein. Dies führt zu übermäßiger Anhänglickeit und Hilfesuche. Entwicklungsbedürftig sind die Selbständigkeit und die Flexibilität. Diesen Menschen fehlt die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Motive. Sie wirken wie "ein Fähnchen im Wind", es hält kaum etwas an. Sie zeigen kaum Widerstand und eine leichte Beeinflussbarkeit durch andere, von denen sie auch Angst haben, getrennt zu werden. Ihnen fehlt ein sicheres Selbst sowie eine autonome Gefühlswelt. Passivität und die Delegation kleinerer und größerer Lebensentscheidungen an andere fallen auf. Sie fühlen sich schwach gegenüber den Anforderungen des Lebens. Es fehlt ihnen an Eigeninititative und Eigenaktivität. Sie neigen dazu, sich den Wünschen anderer unterzuordnen. Bei Schwierigkeiten schieben sie tendenziell anderen die Verantwortung zu. Typische Gedanken sind, andere und ihre Rückversicherung zu brauchen, sowieso alles falsch zu machen, nicht allein sein zu können, und dass es zusammen mit anderen viel besser ist als alleine. Spezielle Untertypen sind der "Dégénéré supérieur" mit Intelligenz und künstlerischer Begabung, eine Form des "Bohémien", sowie die "Früchtchen", junge Leute aus gutem Hause, arbeitsscheu und großtuerisch und bei allem mitlaufend.
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Depersonalisation
Hierunter versteht man:
- Erstens eine Störung des Einheitserlebens der Person im Augenblick: Der Betroffene kommt sich unwirklich, verändert und/oder fremd vor.
- Zweitens eine Störung des Identitätserlebens der Person im Zeitverlauf: Der Betroffene fühlt sich als jemand anders als früher oder fühlt sich gespalten.
- Drittens eine Störung der Grenze zwischen Umwelt und Person: Der Betroffene fühlt sich als habe ein anderer seine Identität oder als habe er die Identität einer anderen Person.
Häufig werden diese Phänomene eher ungenau als "Dissoziation" beschrieben.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Depression
Jeder fünfte Mensch leidet unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Zum Vergleich: Auch jeder fünfte Mensch leidet an Bluthochdruck. Jeder zehnte Mensch leidet unter einer wiederkehrenden Depression: Zum Vergleich: Auch jeder zehnte Mensch leidet unter Diabetes mellitus. Jeder zwanzigste Mensch leidet unter einer chronischen Depression: Zum Vergleich: Auch jeder zwanzigste Mensch leidet unter einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.
Jeder Mensch erlebt Phasen oder Momente, in denen er unter Traurigkeit, Einsamkeit oder Unglücklichsein leidet. Nicht nur durch große Schicksalsschläge, sondern auch durch scheinbar kleine Erlebnisse im Alltag kann das Gefühlsleben ganz plötzlich aus den Fugen geraten. Diese Phasen im Leben sind ganz normal, wenn nicht sogar notwendig. Wenn eine traurige Phase, in der das Leben vom Betroffenen nicht mehr aus einer normalen Perspektive wahrgenommen werden kann, über Wochen oder gar länger anhält, kann eine Depression vorliegen.
Anzeichen einer Depression:
Die Diagnose einer Depression beruht auf den Symptomen, die man schildert und dem Eindruck, den wir von der seelischen Verfassung gewinnen. Eine Depression erkennen wir unter anderem an einer gedrückten Stimmung, Interesse- und Freudlosigkeit sowie einer Verminderung des Antriebs. Darüber hinaus gibt es bei einer Depression häufig die Neigung zu grübeln und dazu, sich elend oder zerschlagen zu fühlen. Es fällt zunehmend schwerer, selbst ganz alltägliche Entscheidungen zu treffen. Als weitere Symptome wird oft folgendes beschrieben: Konzentrationsschwierigkeiten, schwerwiegende Verunsicherung, Verlust des Selbstwertgefühls, unbegründete Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme, Verlust des Interesses an Dingen, die früher Spaß machten, Schlafstörungen, häufige Gedanken an das Sterben oder Lebensmüdigkeit. Es kann auch zu körperlichen Beschwerden kommen, für die keine körperliche Ursache gefunden wird, hier besonders: Kopf- oder Rückenschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Magen- und Darmbeschwerden, Atembeschwerden, Unterleibsbeschwerden.
Depression ist kein Schicksal:
Wichtig ist, dass es sich bei dieser seelischen Verfassung um einen vorübergehenden Zustand handelt, der gut behandelbar ist. Depressionen lassen sich heute sehr gut – insbesondere wegen der großen Fortschritte der medikamentösen Therapie – behandeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Depression nicht spürbar gebessert werden kann, geht gegen Null. Ganz besonders wichtig ist es aber, dass der Betroffene erkennt, dass er erkrankt ist, dass er in eine Behandlung einwilligt und bereit ist, für die persönliche Genesung auch aktiv etwas zu tun.
Wen kann es treffen?
Depressionen zählen zu den häufigsten behandlungsbedürftigen Erkrankungen der Welt. Depressionen sind aber keine Zivilisations- oder Wohlstandserkrankung. Menschen aus allen Kulturkreisen, Nationen, Bildungs- und Gesellschaftsschichten erkranken daran. Frauen sind allerdings doppelt so häufig betroffen wie Männer. Nach Schätzungen erkrankt jede vierte Frau und jeder zehnte Mann einmal in ihrem Leben an einer Depression. Besonders im Lebensalter zwischen 25 und 45 Jahren treten Depressionen gehäuft auf.
Ursachen für die Depression:
Die moderne Medizin geht heute davon aus, dass es eine Reihe von untereinander zusammenwirkenden Ursachen für die Entstehung von Depressionen gibt. Hierzu zählen erbliche Veranlagung, neurobiologische Faktoren des Hirnstoffwechsels, Umweltfaktoren und lebensgeschichtliche Faktoren. Es wurde nachgewiesen, dass es eindeutig erbliche Faktoren gibt. Kinder eines bereits depressiv erkrankten Elternteils sind mit höherer Wahrscheinlichkeit betroffen als Nachkommen von Eltern, die nie unter einer Depression litten. Als gesichert gilt weiterhin, dass ein Ungleichgewicht bzw. eine verminderte Konzentration von bestimmten Botenstoffen im Gehirn - den sogenannten Neurotransmittern - zu einer Depression führt. Diese Substanzen sind für die Informationsübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen zuständig. Ein Missverhältnis dieser Botenstoffe ist ursächlich für die von Ihnen erlebte Depression. Es stehen heute eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die diese Botenstoffe wieder in eine Balance bringen und sich bei der Behandlung von Depressionen als besonders wirksam erwiesen haben. Zudem werden schmerzliche Erfahrungen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens macht, entsprechend „abgespeichert“. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die gespeicherte Erfahrung durch ähnliche Situationen aus dem Unterbewusstsein abgerufen werden und eine depressive Reaktionsweise auslösen. Ebenso wird häufig durch zwischenmenschliche Kränkungen in Partner- oder Freundschaft, durch Schwierigkeiten auf dem Arbeitsplatz oder den Tod eines nahestehenden Menschen eine Depression ausgelöst. Es gibt letzten Endes unendlich viele Möglichkeiten von auslösenden Faktoren im sozialen Umfeld. Ganz entscheidend ist immer die ganz persönliche Erlebnisweise des Betroffenen. Weil es sich häufig um eine Kombination unterschiedlich gewichteter Faktoren handelt, ist eine Depressionsbehandlung immer ein individuelles Therapiekonzept. Außerdem gibt es zahlreiche Erkrankungen, wie z.B. Erkrankungen der Schilddrüse, in deren Folge auch Depressionen ausgelöst werden können. In diesen Fällen werden die behandelnden Ärzte zuerst bemüht sein, zunächst die Haupterkrankung wirkungsvoll zu therapieren. Häufig genügt dies, um danach die Depression erfolgreich in den Griff zu kriegen. Darüber hinaus können auch einige Arzneimittel, die zur Behandlung bereits bestehender Erkrankungen angewendet wurden, als Nebenwirkung Depressionen auslösen. Deshalb sollten auf jeden Fall die Medikamente, die bereits eingenommen werden, besprochen werden.
Behandlungsformen:
Depressionen lassen sich sowohl mit den Methoden der Psychotherapie als auch medikamentös behandeln. Häufig wird eine Kombination beider Verfahren eingesetzt. Eine sinnvolle Psychotherapie setzt beim Patienten eine aktive Mitarbeit voraus. Abhängig vom Schweregrad der Depression kann das psychotherapeutische Gespräch häufig erst nach einer Vorbehandlung mit einem antidepressiv wirkenden Medikament eingesetzt werden. Welches psychotherapeutische Verfahren für Sie geeignet ist, besprechen Sie bitte vertrauensvoll mit Ihrem behandelnden Arzt. Zahlreiche Patienten, die unter einer Depression leiden, lehnen die Einnahme von Medikamenten (prinzipiell) ab. Sie versprechen sich ausschließlich von psychotherapeutischen Verfahren Besserung. In vielen Fällen schafft aber erst die Einnahme eines antidepressiv wirkenden Medikamentes die notwendige Voraussetzung. Denn unter einer medikamentösen antidepressiven Therapie erlangen Patienten zum Teil erst wieder die dafür notwendige psychische Stabilität, um zum Beispiel eine Gesprächstherapie sinnvoll beginnen zu können.
Was ist wesentlich für eine erfolgreiche Behandlung?
Wesentliche Voraussetzung ist ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Bitte arbeiten Sie selbst bei der Behandlung mit und vertrauen Sie den gemachten Behandlungsvorschlägen.
Wie wirken Arzneimittel, die bei der Depression helfen?
Jede Erkrankung kann in aller Regel auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden: bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) liegt zum Beispiel die Ursache in einer verminderten oder fehlenden Produktion des Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Bei einer depressiven Erkrankung liegt eine Störung im Haushalt von bestimmten Botenstoffen vor, die in unserem Gehirn gebildet werden. Diese Botenstoffe (Fachbegriff: Neurotransmitter) vermitteln die Signalweiterleitung von Nervenzelle zu Nervenzelle. Bei Depressionen ist die Konzentration bestimmter Botenstoffe zu niedrig. Als Folge dieser Stoffwechselstörung formt sich unter seelischer Belastung das depressive Krankheitsbild aus. Bei Diabetes kann der Zuckerhaushalt durch bestimmte Arzneimittel reguliert werden. Gleiches gilt für die Depression. Arzneimittel, die gegen die Depression wirken (Fachbegriff: Antidepressiva) regulieren den gestörten Stoffwechsel der Neurotransmitter.
Wichtig:
Bei der Depression liegt also eine Stoffwechselstörung vor, so wie wir dies z.B. von der Zuckerkrankheit kennen. Ihnen wird ggf. ein wirksames und modernes Antidepressivum verordnet. Es gibt zahlreiche Belege für die gute Wirksamkeit und die sichere Anwendung. Zahlreiche Patienten haben bereits von der positiven Wirkung dieser Wirkstoffe profitiert.
Wichtig:
Alle so genannten Antidepressiva machen weder süchtig noch verursachen sie eine Veränderung der Persönlichkeit. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme machen Antidepressiva nicht abhängig. Im Gegensatz zu Schmerz- oder Beruhigungsmitteln, die sofort eine Wirkung entfalten, benötigen Antidepressiva zwei bis vier Wochen, bis ein therapeutischer Effekt gemerkt werden kann. Man sollte dies unbedingt beachten und nicht wegen (noch) ausbleibender Wirkung enttäuscht sein und das Medikament dann nach wenigen Tagen eigenständig absetzen. Damit das Medikament optimal wirken kann, ist es wichtig, dass Sie dieses in der verordneten Dosis regelmäßig einnehmen. Es ist also entscheidend für den Therapieerfolg, dass sie das Medikament täglich einnehmen und keine Einnahme auslassen. Änderungen der Dosierung sprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Es dauert einige Tage, bis das Arzneimittel den gestörten Stoffwechsel der Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn) beeinflusst. Die positiven Wirkungen treten behutsam im Verlauf von einigen Wochen ein. Daher ist es für den Erfolg der Behandlung entscheidend, dass Sie das Medikament über mehrere Wochen regelmäßig einnehmen. Oft ist es dann nötig, das Arzneimittel über mehrere Monate weiter einzunehmen, um Rückfällen vorzubeugen. Je nach Präparat können bei einer medikamentösen Therapie der Depression Nebenwirkungen auftreten. Wegen der raschen Wirkung auf den Hirnstoffwechsel, die sich aber im Sinne einer Umstellung erst nach zwei bis vier Wochen – positiv – bemerkbar macht, sind in den ersten Tagen die Nebenwirkungen am stärksten, so sie denn überhaupt auftreten. Hier werden beobachtet: Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein oder Müdigkeit. Diese nehmen dann von Tag zu Tag ab bis man überhaupt nicht mehr merkt, dass etwas eingenommen wird. Dann beginnt die positive Wirkung und man wird selbst erfahren, warum man die zwei Wochen durchgehalten hat. Bei Unklarheiten, die vor Ihrem nächsten Termin in der Arztpraxis auftreten, rufen Sie dort bitte an und ändern Dosierung oder Einnahme nur unter Rücksprache. Gerne können Sie sich auch Ihre Fragen für den nächsten Termin notieren.
Tipps für die Genesung
- Machen Sie sich klar, dass eine Depression nichts mit „Charakterschwäche“ oder „Wehleidigkeit“ zu tun hat. Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung.
- Akzeptieren Sie Ihre Erkrankung und machen Sie sich bewusst, dass Sie mit dem Gang zum Arzt und dem Willen zur Behandlung einen großen Schritt in Richtung Genesung getan haben. Hierauf dürfen Sie mit Recht stolz sein.
- Verlieren Sie auch durch kleine Rückschläge nicht den Mut. Eine Depression nimmt – auch im Rahmen der Genesung – einen wellenförmigen Verlauf, aber die Tendenz ihres Wohlbefindens wird steigend sein. Sie werden es bald selbst merken.
- Strukturieren Sie Ihren Tag. Ein schriftlicher Tagesplan kann dabei äußerst hilfreich sein. Versuchen Sie, feste Aufstehzeiten – auch am Wochenende – einzuhalten, aber seien Sie mit sich großzügig und gnädig.
- Halten Sie sich unbedingt an die ärztlich vorgegebenen Einnahmezeiten und Dosierungen Ihres Medikamentes. Beachten Sie, dass es ungefähr zwei Wochen dauert bis sie die Wirkung spüren. Ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt – und mit keinem anderen Arzt, der die Gründe für die Medikation nicht so genau kennt – sollten Sie auch in einer schwierigen Phase nicht die Einnahmemenge Ihres Medikamentes verändern. Ebenso wenig sollten Sie das Medikament ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt absetzen.
- Greifen Sie nicht eigenmächtig zu Medikamenten wie Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln. Johanniskraut zum Beispiel kann die Wirkung einiger Antidepressiva reduzieren, ggf. ohne selbst im individuellen Fall ausreichend zu wirken.
- Alkohol oder Drogen lösen keine Probleme. Sie verstärken Depressionen im Endeffekt und verzögern oder verhindern die Genesung. Abgesehen davon besteht hierbei starke Abhängigkeitsgefahr.
- Ziehen Sie sich möglichst wenig von Angehörigen oder Freunden zurück. Versuchen Sie aktiv, Kontakt aufzunehmen. Viele scheinbar unüberwindlichen Probleme schrumpfen häufig während des Gesprächs auf ihre wirkliche Größe. Man wird Ihnen mehr Verständnis entgegenbringen als Sie erwarten.
- Entscheiden Sie sich für körperliche Aktivität an der frischen Luft. Spazieren gehen oder Rad fahren steigert das Wohlbefinden bei einer depressiven Erkrankung. Natürliches Sonnenlicht „hellt“ die Stimmung auf, auch wenn es bewölkt ist.
- Setzen Sie sich realistische Ziele. Überforderung und Stress behindern die Genesung. Gönnen Sie sich auch Pausen für Ruhe und Entspannung.
- Besprechen Sie Ihre Unsicherheiten mit Ihrem Arzt. Offenheit zwischen Patient und Arzt ist ein wichtiger Bestandteil des Behandlungserfolges.
- Erkennen Sie auch kleine Fortschritte als Erfolge an.
- Vertrauen Sie sich selbst und Ihrem behandelnden Arzt.
5 Akutregeln bei Depression
- Akzeptieren Sie Ihren augenblicklichen Zustand als Krankheit, die Ruhe und Schonung erfordert. Kämpfen Sie nicht gegen dieses Krankheitsgefühl an i.S. eines „Sich-Zusammenreißens“. Sie sind ernsthaft erkrankt und können sich nicht selbst heilen. Die Diagnose „Depression“ wird nicht leichtfertig gestellt, nehmen Sie sie hin, um so schneller wird es Ihnen besser gehen. Depressionen haben bei richtiger Behandlung beste Heilungschancen.
- Nehmen Sie Ihre Medikamente wie verschrieben. Akzeptieren Sie leichtere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, leichte Übelkeit und Schwindelgefühle als vorübergehende notwendige Übel an, wie Sie es auch bei der Behandlung anderer ernster Krankheiten täten. Verändern Sie nichts an der Medikation ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Halten Sie - so gut es geht - alles belastende von sich fern, gucken Sie z.B. keine Nachrichten. Momentan sind Sie auch nicht der richtige Ansprechpartner für Probleme von anderen. Sofern es Ihre Kräfte erlauben, erledigen Sie - wenn überhaupt - nur Erfreuliches.
- Haben Sie Geduld mit sich, spätestens in sechs Wochen sieht die Welt wieder ganz anders aus.
- Treffen Sie keinerlei wichtige Entscheidungen für Ihr Leben. Sie können durch Ihre Erkrankung die Situation momentan nur sehr eindimensional einschätzen. Siehe auch "Für Angehörige"
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Depressive Persönlichkeit = Mühselige Persönlichkeit
Dieses Muster an Gefühlen, Gedanken und Verhalten hat kaum etwas mit der "Depression" an sich zu tun, außer, dass in diesem Rahmen Depressionen sicherlich häufiger auftreten. Es besteht eine andauernd trübe Gefühlsbetonung aller Lebenserfahrungen. Das Leben wird verneint, allerdings mit dem Flair einer unglücklichen Liebe umgeben. Sie sind nicht in der Lage, sich harmlos zu freuen, auch nicht am Erfolg. Sie haben keinen Mut zu sich selbst zu stehen oder zum Leben. Ihnen fehlt jede Art naives Vertrauen. Sie sind ruhelos und machen sich oft überstarke Gedanken über ihre Gesundheit. Sie leiden unter dem Gefühl der Sinnlosigkeit allen Tuns. Es handelt sich um tätige Pflichtmenschen von unermüdlicher Strenge, die das Ausruhen aber auch vermeiden, weil es ihre inneren Gespenster zum Vorschein bringen könnte. Sie neigen zur "Aristokratie des Leidens", das heißt, sie fühlen sich durch das Leiden ausgezeichnet als besonders differenzierte und "durchblickende" Menschen. Für sie ist die Vergangenheit fragwürdig, die Zukunft bedrohlich. Sie neigen zu Grübeleien und "Selbstzerpflückungen". Nach außen wirken sie oft heiter und betriebsam, obwohl sie sich innerlich so finster fühlen. Unterschieden wird der "Schwermütige", der "schwerblütig" und weich, gütig und zartfühlend, zaghaft und mutlos wirkt. Er ist voll Verständnis und Nachsicht für fremdes Leiden und fremde Schwächen. Die "Missmutigen" oder "ewig Unzufriedenen" treten kalt und mürrisch, verbissen und reizbar, nörgelnd und boshaft auf. Sie sind schadenfroh, weil sie im Schadensfall "Recht" haben, und gönnen sich selbst und anderen nichts Gutes.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Derealisation
Die Umgebung erscheint dem Betroffenen fremd, unwirklich, verändert oder "wie in einem Film". Das Zeitgefühl kann sich verändern als subjektive Verlangsamung oder Beschleunigung. Häufig werden diese Phänomene eher ungenau als "Dissoziation" beschrieben.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Desipramin
gehört zu den trizyklischen Antidepressiva, also zu den "klassischen" oder "alt hergebrachten" Antidepressiva. Wirkt tendenziell eher auf das Noradrenalin-System, also antriebssteigernd. KEIN Abhängigkeitspotiential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
ist ein von der amerikanischen Psychologin Marsha M. Linehan entwickeltes Therapiemodell und -konzept zur Behandlung der Borderline-Erkrankung und auch anderer posttraumatischer Erkrankungsbilder. Die Behandlungsmethode wird in der ambulanten und stationären psychiatrischen und psychotherapeutischen Arbeit angewandt. Die Aufgabe des Therapeuten ist, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Verstehen und Wertschätzen eines Problems und dessen Veränderung. Diese „dialektische Strategie“ bildet die Grundlage für die Bezeichnung "Dialektisch-Behaviorale Therapie". Im Sinne der DBT betrachtet Dialektik scheinbare Gegensätze in der Welt des Patienten, um sie aufzulösen und schrittweise zu integrieren. Das Manual umfasst Therapieelemente der kognitiv behavioralen Therapie, Sozialpsychologie, Neurobiologie und Aspekte der fernöstlichen Meditation und Spiritualität. Die DBT umfasst eine Einzeltherapie, ein Fertigkeitentraining (am besten in der Gruppe), Therapeutenkontakt im Notfall und die regelmäßige Intervision der Therapeuten. In der Einzeltherapie werden die Problembereiche hierarchisch im Sinne der Dringlichkeit geordnet. Vorrangig stehen suizidales und parasuizidales Verhalten, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten, Beeinträchtigungen der Lebensqualität und mangelnde Verhaltensfertigkeiten. In dieser Reihenfolge werden die Problemfelder bearbeitet und falls nötig, geht der Behandlungsfokus umgehend nochmal auf die nächst höhere Ebene zurück. Besondere Rolle bei der Behandlung kommt der therapeutischen Beziehung zu, da die Betroffenen mehr als andere zu Therapieabbrüchen, schwierigen Verhaltensweisen und extremem Negativismus neigen. Zwischen den Betroffenen und dem Therapeut wird ein "Behandlungsvertrag" - wie häufig in der Psychotherapie - geschlossen. Die Betroffenen verpflichten sich zur Mitarbeit und Einhaltung von Regeln und Abmachungen, der Therapeut verpflichtet sich zur bestmöglichen Hilfestellung. Der Behandlungsvertrag wird regelmäßig während der Therapie geprüft und erneuert oder erweitert. Das Fertigkeitentraining findet regelmäßig statt, am besten einmal wöchentlich, und besteht aus den fünf Modulen: Innere Achtsamkeit, Zwischenmenschliche Fertigkeiten, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz und Selbstwert.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Diazepam
ist ein lang wirksames Benzodiazepin, welches angstlösend, krampflösend, beruhigend udn schlaffördernd wirkt und auch für Unruhezustände und Notfallsituationen geeignet ist. Daneben wirkt es auch muskelentspannend. ACHTUNG: Abhängigkeitspotential!
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dissoziale Persönlichkeit = Antisoziale Persönlichkeit = Psychopathie = Soziopathie
Es handelt sich um ein Muster von Gefühlen, Gedanken und Verhalten, bei dem Angst und Gewissen im wesentlichen fehlen, was häufig zu einer Missachtung und Verletzung der Rechte anderer führt. Die Grundannahme ist, dass der Stärkere mit Recht gewinnt, und dass das Leben eine Schlacht ist, bei der alles erlaubt ist. Dies führt zu übermäßiger Angriffs- und Kampfeslust, ausbeuterischem und räuberischem Verhalten. Entwicklungsbedürftig sind Mitgefühl, Gegenseitig und soziales Verhalten. Auffällig ist ein herzloses Unbeteiligtsein, nicht nur, aber auch anderen Menschen gegenüber. Es handelt sich um "stahlharte" Naturen, die über Leichen gehen. Dies sind nicht unbedingt Verbrecher, sondern häufig auch die "Helden" der Gesellschaft. Häufig sind sie erstaunlich leistungsfähig und unverbesserlich. Sie passen sich an rechtliche Normen der Gesellschaft nicht an und erfüllen keinerlei soziale Verpflichtungen. Ihnen fehlt ein Wahrheits- oder Reuegefühl. Es besteht eine niedrige Schwelle für Gewalt und eine geringe Frustrationstoleranz. Sie neigen dazu, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für ihr Verhalten anzubieten. Als Kind haben sie häufig die Schule geschwänzt, sind über Nacht fortgelaufen und haben sich geprügelt. Typische Gedanken sind, dass sich nur Dumme und Schwache an Regeln halten, dass Regeln dazu da sind, gebrochen zu werden, dass man immer die Nummer Eins sein sollte, dass der eigene Spaß immer vorgeht, und dass sie eben klüger und stärker als andere sind.
Unterschieden werden vor allem drei Unterformen:
Der Instrumentell-Dissoziale,
dem es vor allem um Geld, materielle Werte und Macht geht. Er hat ein übersteigertes Selbstvertrauen und Machtgefühl. Bei ihm sticht vor allem heraus, was auch bei den anderen beiden vorkommt, das Fehlen von Einfühlungsvermögen, Schuldgefühl und Angst, der oberflächliche, eindrucksvolle Charme und instabile, wechselhafte Beziehungen. Dies alles kann durchaus der gesellschaftlichen Norm entsprechen.
Der Impulsiv-Feindselige,
der sein Handeln nur gering und kaum bewusst kontrolliert, sondern nur impulsiv reagiert. Dabei steht bei ihm der materielle Gewinn im Hintergrund. Die emotionale Beteiligung bei ihm ist hoch. Er empfindet viel Wut und Ärger. Das Verhalten von anderen wird von ihm viel zu stark negativ, z.B. als Bedrohung oder Provokation gedeutet, und bei der bestehenden geringen Frustrationstoleranz und Impulsivität reagiert er entsprechend.
Der Ängstlich-Aggressive,
der gewalttätiger als die anderen werden kann. Er wirkt deprimiert, schüchtern und ängstlich, kann aber mit Gewaltausbrüchen reagieren, welche die anderen beiden Unterformen weit übertreffen. Außerhalb dessen wirkt diese Unterform beherrscht und weniger auffallend. Häufiger finden sich hier traumatische Erlebnisse in der Vorgeschichte als bei den anderen beiden Unterformen.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Domin, Hilde
war eine deutsche Schriftstellerin, geborene Löwenstein und verheiratete Hilde Palm, die von 1909 bis 2006 lebte. Sie war vor allem als Lyrikerin bekannt. Ihr Pseudonym nahm sie von ihrem vorübergehenden Exil in der Dominikanischen Republik.
„Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.“
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dopamin-System
Neben verschiedenen Unterfunktionen kann das Dopamin-System funktionell allgemein als eines der wichtigsten Belohnungssysteme des Gehirns angesehen werden. Es ist beteiligt an Gefühlen, kognitiven Leistungen und Motorik des Menschen. Viele Neuroleptika wirken bremsend auf das Dopamin-System, was insbesondere mit den motorischen Nebenwirkungen einhergeht, die einem Parkinson-Syndrom ähnlich sehen, bei dem aus organischen Gründen das Dopamin reduziert ist. Viele Antidepressiva beeinflussen ebenfalls das Dopamin-System, allerdings regulierend anstatt stimulierend wie Drogen.
Neurologen und Psychiater haben inzwischen erforscht, was bei einer Sucht im Gehirn abläuft. Das Dopamin-System verbindet Erlebnisse mit Gefühlen. Es bestimmt, was wir beim Spazierengehen, beim Essen, bei Gesprächen empfinden, wi wir uns fühlen. Das Belohnungssystem ist dazu da, nützliche und angenehme Erlebnisse als "gut" zu bewerten, und dass wir sie gerne wiederholen. Was Angst, Ärger oder Traurigkeit verursacht, soll nicht wiederholt und lieber vermieden werden. Dieses System ist evolutionsgeschichtlich uralt und funktioniert bereits in den am Boden lebenden Fadenwürmern. Dopamin strömt ein und das Belohnungssystem wird angeregt. Es meldet dann "Wohlgefühl, Glück, Freude und Zuversicht". Alle Drogen lösen einen Dopamin-Einstrom aus. Wenn das das Dopamin-System, längere Zeit mit einer Droge stimuliert wird, stellt es sich darauf ein. Es reagiert immer weniger auf die natürlichen Reize, die in uns Wohlbefinden und Freude erzeugen sollen. Die Drogen übernehmen das Kommando über die neuronalen Schaltkreise. Diese konzentrieren sich auf den Stoff, der diese Gefühle künstlich stimuliert. Die Drogen stimulieren stärker und anhaltender als jedes natürliche Ereignis. Und das Belohnungssystem verlernt mit der Zeit, auf natürliche Erlebnisse zu reagieren. Es bekommt irgendwann kein Wohlgefühl mehr ohne Droge zustande. Irgendwann kann der langjährige Drogen-Abhängige nur noch zusammen mit dem Suchtstoff ein normales Wohlgefühl erreichen. Der Süchtige beginnt nun, die natürlichen Erlebnisse mit der Droge zu verschönern. Dabei entstehen die fatalen Koppelungen, z.B. an den Kaffee, das gute Essen, ein freudiges Erlebnis und vieles mehr. Er empfindet dann, dass mit der Droge alles doppelt so schön sei, wobei er damit nur annähernd an das Wohlgefühl kommt, das ein Abstinenter bei bestimmten Erlebnissen empfindet, ohne Drogen zusetzen zu müssen. Und dann braucht er bereits beim Aufstehen die Droge, braucht sie, damit der Kaffee schmeckt, oder damit er sich über eine schöne Begegnung freuen kann. Der ganze Alltag wird mit der Droge aufgebessert, um sich einigermaßen wohl zu fühlen. Diese Kopplungen sind besonders schwer zu beseitigen und verführen viele Aussteiger zu Rückfällen. Bei dieser Anpassung werden molekulare Strukturen im Gehirn verändert. Manche bilden sich wieder zurück, wenn der Suchtstoff nicht mehr zugeführt wird. Andere bleiben lebenslang erhalten. Diese Wege fressen sich regelrecht ein und werden nicht mehr abgebaut. Selbst die Ess- oder die Spielsucht verwenden solche Wege zum Belohnungssystem. Schlüsselkomponente ist das Dopamin. Der entscheidende Schaltkreis ist das "mesolimbische Dopaminsystem". Diese Gehirnregionen gibt es bei allen Säugetieren. Leider gehören die Veränderungen im Belohnungssystem, im Dopamin-System, zu den lebenslang veränderten. Das Gehirn lernt zwar nach dem Entzug langsam wieder, auf die natürlichen Reize richtig zu antworten und zu reagieren. Die "Straßen" für den Suchtstoff bleiben dann zwar unbenutzt, warten aber ständig auf den Suchtstoff. Man spricht vom Suchtgedächtnis. Kleinste Mengen veranlassen das Gehirn sofort, diesen Weg wieder zu beschreiten und nach der Droge zu verlangen, ja regelrecht zu schreien. Deshalb darf der Alkoholiker keinen Tropfen Alkohol zu sich nehmen. Und deshalb darf der Nikotinabhängige keine einzige Zigarette ohne massivste Rückfallgefahr je wieder konsumieren. (Spektrum der Wissenschaft, Heft 6/2004)
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Doxepin
gehört zu den trizyklischen Antidepressiva, also zu den "klassischen" oder "alt hergebrachten" Antidepressiva, ist daher sehr zuverlässig wirksam, allerdings erst in Dosierungen, die auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Mundtrockenheit mit sich bringen. Wirkt stark angstlösend und dämpfend, sowie schlafanstoßend. Wird daher auch gerne bei Schlafstörungen oder zur Distanzierung von Suchtstoffen angewendet. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Duloxetin
steht auf der so genannten "Me-too-Liste" mehrerer kassenärztlicher Vereinigungen. Wiederaufnahmehemmer von Serotonin und Noradrenalin, welcher nicht müde macht. Es wirkt stimmungsaufhellend und hat eine zusätzliche Wirkung gegen Schmerzen, weswegen es gerne in der Schmerztherapie eingesetzt wird. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Durchfall und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass jemand, der unter Durchfall leidet, nur schwer integrieren kann, was ihm alltäglich widerfährt. Er hält sich selbst davon ab, das Leben zu genießen. Man fürchtet, etwas nicht zu bekommen oder etwas nicht gut genug, zu viel oder zu schlecht zu machen, eine Situation abzulehnen, weil sie einen mit diesen Ängsten konfrontiert. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dysthymia
Hierbei handelt es sich um eine anhaltende emotionale Verstimmung, die meist jahrelang besteht und bei der einzelne Episoden, wenn überhaupt, dann nur selten und in leichter Ausprägung auftreten. In der Regel handelt es sich um leichte, primär chronische Verlaufsformen von Depressionen, vielleicht auch deshalb, weil sich die Betroffenen wegen der eher leichten Ausprägung erst sehr spät in Behandlung begeben.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

- Letzte Aktualisierung am 3.12.11 -