Lexikon R,S
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Rapid cycling
ist eine Sonderform der bipolaren Erkrankungen, bei der gesunde, manische und depressive Episoden manchmal täglich wechseln, mindestens aber viermal jährlich. Hier ist unserer Erfahrung nach die Therapie der ersten Wahl Carbamazepin oder Lamotrigin.
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Reboxetin
steht auf der so genannten "Me-too-Liste" mehrerer kassenärztlicher Vereinigungen. Ist ein modernes Antidepressivum, ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und wirkt dadurch fast ausschließlich auf das Noradrenalin-System und damit gut antriebssteigernd. Soll aufgrund der fehlenden Wirkung auf das Serotonin-System keine sexuellen Funktionsstörungen verursachen und ist bei Auftreten solcher Nebenwirkungen eines der Ausweichmedikamente der Wahl. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
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Reisekrankheit und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Reisekrankheit meist mit der Angst zu tun hat, an etwas zu sterben. Zu solchen Ängsten kommt es v.a. bei Menschen, die alles kontrollieren wollen, um Situationen zu vermeiden, aus denen sie keinen Ausweg wissen. Man hindert sich dadurch selbst daran, den Augenblick zu leben und von den Freuden zu profitieren, die einem das Leben schenkt. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Residualsyndrom = Residuum bei Psychose bzw. Schizophrenie (s.u.) im engeren Sinne
ist das Bestehenbleiben von Symptomen als Zeichen der Chronifizierung. Dazu gerechnet werden vor allem Antriebsverminderung, sozialer Rückzug, Ideenarmut und Verlangsamung im Seelischen, Geistigen und Körperlichen. Die Betroffenen sind erschöpft und kaum belastbar. Es kann in Teilbereichen auch durch lange Unterforderung und lange Krankenhausaufenthalte des Betroffenen verstärkt weden. Es wird heute nicht mehr notwendigerweise als nicht mehr zu behebender „Defektzustand“ betrachtet, sondern gilt unter einer Verbindung psychopharmakologischer, soziotherapeutischer und psychotherapeutischer Maßnahmen durchaus als günstig beeinflussbar. Neben dem einfachen Residualsyndrom existiert eine gemischte Form, bei der auch typische psychotische Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen vorhanden bleiben. Hierbei wirkt eine Erhöhung von Neuroleptika wenig oder gar nicht. Sie können meistens nur einzelne Störungen bessern. Der Verzicht auf die Neuroleptika kann aber zu einem Rezidiv der Psychose bzw. Schizophrenie führen, welches ein noch schwereres Residualsyndrom nach sich ziehen würde. Es werden Anticholinergika wie Biperiden eingesetzt. Man kann versuchen, auf andere Substanzklassen wie auf atypische Neuroleptika oder mittelpotente Neuroleptika umzustellen. Antidepressiva können versucht werden. Von großer Bedeutung sind auch übende und aktivierende Verfahren wie die Ergotherapie und Psychotherapie.
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Rheuma und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass i.d.R. Menschen an Rheuma leiden, die recht hart mit sich selbst sind, sich nicht das Recht zugestehen aufzuhören oder das zu tun, wozu sie Lust haben und andere nur unter großer Überwindung um einen Gefallen bitten können. Man zieht es vor, von den anderen so anerkannt zu werden, dass man das automatisch erhält, was man braucht. Entsprechen die Mitmenschen jedoch nicht diesen Erwartungen, ist man enttäuscht und verbittert. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Risperidon
ist ein atypisches Neuroleptikum, welches mittelstark bis stark antipsychotisch und nur wenig beruhigend wird. Es hat auch eine positive Wirkung auf Konzentrations-, Auffassungs- und Aufmerksamkeitsstörungen, Apathie und Antriebslosigkeit. Gibt es auch in Depot-Form, welche nicht nur bei "unkooperativen" Betroffenen gegeben wird, sondern auch den Vorteil hat, nicht jeden Tag an die Medikamenteinnahme denken zu brauchen, bzw. sie nicht vergessen zu können. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
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Rückenprobleme und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Rückenprobleme im Bereich des Kreuzbeins v.a. Menschen haben, denen ihre Freiheit heilig ist. Man fürchtet, seine Bewegungsfreiheit zu verlieren, wenn die anderen Hilfe brauchen. Oft kommen auch Existenzängste hinzu.
Probleme im Bereich der Lendenwirbelsäule stehen in Zusammenhang mit Ängsten, die auf materielle Unsicherheit zurückgehen. Man fühlt sich nicht genügend unterstützt.
Menschen, die Probleme im Bereich der Brustwirbelsäule haben, erleben Unsicherheit im emotionalen Bereich. Für einen ist das Tun sehr wichtig, weil man sich dadurch in Sicherheit wähnt. Tut jemand etwas für einen, fühlt man sich geliebt. So zeigt man auch selbst seine Zuneigung dadurch, dass man Dinge für andere tut. Doch können auch die Rückenprobleme dafür sorgen, dass man nichts mehr zu tun braucht. Man fürchtet nämlich, dass die anderen einem nicht mehr helfen, wenn man zu viel für sie tut. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schielen und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Menschen, die schielen, Schwierigkeiten haben, beide Gehirnhälften zugleich arbeiten zu lassen. So durchlebt man entweder rationale oder emotionale Phasen was die Wahrnehmung verzerrt. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schilddrüsenerkrankungen und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass eine Überfunktion der Schilddrüse daraufhin deutet, dass man zu viel tut. Man möchte sich eigentlich mäßigen und sein Leben gestalten, erlaubt es sich aber nicht, weil man sich dafür verantwortlich fühlt, das Leben all derer zu gestalten, die man liebt.
Eine Unterfunktion der Schilddrüse deutet darauf hin, dass man gerne zur Tat schreiten würde, und seine tiefen Wünsche nicht genug zum Ausdruck bringt. Man fürchtet sich davor, zu handeln, weil man meint, nicht schnell genug zu sein, um das zu erreichen, was man sich wünscht. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schizoaffektive Erkrankung
ist eine seelische Erkrankung, welche Symptome der Psychose oder Schizophrenie (s.u.) und der bipolaren - affektiven - Störung zeigt, das heißt es treten sowohl emotionale Symptome wie Depression oder Manie als auch psychotische Symptome wie Wahn oder Halluzinationen auf. Der Verlauf kann phasisch sein mit wechselnden Episoden oder auch chronisch mit einem Residualsyndrom (s.o.).
Die Unterscheidung zu den anderen Erkrankungen, Depression, Manie, bipolare Störung oder Psychose bzw. Schizophrenie kann schwer fallen. Eine schwere Depression kann ebenfalls psychotische Symptome mit sich bringen, wobei aber dann der Wahninhalt zur Depression passt, d.h. es tritt beispielsweise ein Schuld- oder Verarmungswahn, also ein "negativer" Wahninhalt auf. Die Manie bringt typischerweise einen "positiven" Wahninhalt wie einen Größenwahn mit sich. Ein parallel auftretender Verfolgungswahn, Beziehungsideen oder andere eher "bizarr" anmutende Wahnideen würden für das Vorliegen einer schizoaffektiven Störung sprechen. Die Psychose bzw. Schizophrenie bringt immer auch emotionale Symptome mit sich, jedoch gleichzeitig viel mehr auch eine Beeinträchtigung des Denkens, der Sprache und der Selbstorganisation. Eine zusätzliche Unterscheidung bringt das Zeitkriterium mit sich, bei dem über einen längeren Zeitraum depressive oder manische Symptome und psychotische Symptome unabhängig voneinander auftreten. Auch dann kann man von einer schizoaffektiven Störung ausgehen.
Therapeutisch werden die verschiedenen Optionen der Erkrankungen kombiniert, Antidepressiva, atypische Neuroleptika und ein Mittel zur Prophylaxe von weiteren Episoden wie Lithium, Valproat, Carbamazepin oder Lamotrigin.
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Schizoide Persönlichkeit
Es handelt sich um ein Muster im Denken, Fühlen und Verhalten, das geprägt ist von Einzelgängertum und emotionaler Kälte. Die Grundannahme ist, viel Raum für sich zu brauchen. Dies führt zu übermäßiger Isolation und Autonomie und zu geringer Fähigkeit zu Intimität und Gegenseitigkeit. Diese Menschen halten sich im tiefsten Innern häufig für besser, klüger oder differenzierter als alle anderen. Sie wirken verschroben, sozial unbeholfen und in sich gekehrt zurückhaltend und sprechen in hochtrabenden, gewundenen und verzwickten Worten und Sätzen. Sie fühlen sich verhältnismäßig gleichgültig gegenüber emotionalen und sozialen Kontakten und ziehen sich gerne zurück. Sie beschäftigen sich gerne mit ihrer eigenen Phantasie, verhalten sich einzelgängerisch und haben oft Hobbys, die keine Interaktion mit anderen Menschen beinhalten, wie Computer oder Tiere. Sie haben kaum enge Freunde und reagieren kaum auf Lob und Kritik. Sie verstehen nicht, warum man mit anderen vertraulich werden sollte, oder warum man anderen nahe sein sollte. Sie sind sich selbst der beste Freund und halten es für unnötig oder gar peinlich, Gefühle zu zeigen. Sie interessieren sich nicht dafür, was andere über sie sagen. Spezielle Typen sind die so genannten "Pietisten" oder "Naturmenschen".
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Schizophrenie
Jeder Mensch hat eine multifaktoriell festgelegte "Dopaminschwelle". Positive Ereignisse stimulieren unser Dopamin-System, unser "Belohnungssystem". Viel stärker noch treiben unser Dopamin aber viele andere Faktoren in die Höhe, wie z.B. Drogen, Schlafmangel, alle Arten von Stress, bestimmte Medikamente, z.B. manche Antibiotika, und anderes. Kommen nun solche Faktoren zusammen, kann es sein, dass diese "Dopaminschwelle" überschritten wird und ein "Dopaminexzess" entsteht. Das Dopamin erhöht sich dann von selbst immer weiter und eine Psychose entwickelt sich. Typische Symptome sind das Gefühl, alles habe mit einem selbst zu tun, Gedanken, die durcheinander kommen oder „abreißen”, Stimmen hören, Dinge riechen, schmecken, hören, fühlen und sehen, die andere nicht nachvollziehen können, und die innere Unfähigkeit, diese Dinge noch in Frage stellen zu können, das heißt, eine „unkorrigierbare Gewissheit”. Hinzu kommen Antriebsstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie häufig panische Angst. Eine Psychose sollte unbedingt mit Neuroleptika behandelt werden, damit v.a. die Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen nicht zurückbleiben. Weil die Patienten meist nicht einsehen können, dass sie „krank” sind, also eine verzerrte Wahrnehmung haben, ist es oft schwierig, eine Behandlung einzuleiten.
Eine multifaktoriell, also genetisch-, familiär- und Stress-bedingt so niedrige "Dopaminschwelle", dass ein "Dopaminexzess" auch ganz ohne nachvollziehbare Auslöser auftritt - und dies im Verlauf mehrmals - nennt man eine "Schizophrenie". Jeder hundertste Mensch leidet unter einer Schizophrenie. Die Schizophrenie wird dauerhaft mit Neuroleptika behandelt. Geschieht dies frühzeitig und konsequent, kann der Betroffene ein vollkommen normales Leben führen.
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Schizotype Persönlichkeit = Schizotypie = Verschrobene Persönlichkeit
Diese Menschen vertreten nach außen hin oft überwertige Ideen phantastischer, überspannter oder wirklichkeitsfremder Art. Sie zeigen ein eigentümliches und exzentrisches äußeres Erscheinen und verhalten sich auch eigentümlich und exzentrisch. Es treten eigentümlich verzerrte Vorstellungen, Wahrnehmungen, Denkweisen und Denkinhalte auf. Zwischenmenschliche Beziehungen sind gestört. In Gegenwart anderer treten erhebliche Ängste auf, so dass sie zur Isolation neigen und kaum Freunde haben. Spezielle Typen sind z.B. die "Unheilspropheten" oder "Friedensapostel". Die Schizotypie wird nach manchen Klassifikationen auch zu den Psychosen gezählt. Wir haben sie hier als Form eines Persönlichkeitsmusters dargestellt.
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Schlafstörungen und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Schlafstörungen den Betroffenen daran hindern, im Augenblick zu leben. Ständig macht man sich Sorgen. Man bezieht sich auf die Vergangenheit und auf all das, was man selbst und andere gelernt und erlebt haben. Man hat eine blühende Phantasie und verbringt viel Zeit damit. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schleimbeutelentzündung und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass es zu einer Schleimbeutelentzündung meist dann kommt, wenn man jemanden am liebsten schlagen würde, sich dies jedoch verbietet und den Zorn zurückhält. Oft ist man perfektionistisch und gesteht sich gar nicht das Recht zur Wut zu. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schluckauf und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass es zu Schluckauf kommt, wenn man etwas Bestimmtes, wie Lachen, Essen oder Grübeln, nicht mehr aufhören kann. Es geht v.a. darum, aufzuhören, etwas zu tun. Man ist leicht erregbar und kann sich nur schwer selbst beruhigen. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schmerz und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Schmerz ein Zeichen dafür ist, dass der Betroffene sich für schuldig hält, was er tun oder tun will oder getan oder nicht getan hat. Seit Menschengedanken ist der Schmerz ein Mittel zur Strafe. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schulterprobleme und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Schulterprobleme damit zu tun haben, das Gefühl zu haben, eine zu große Last tragen zu müssen. Es geht darum, zu viel für die anderen tun zu wollen. Man hindert sich selbst daran, in die gewünschte Richtung zu gehen, weil man meint, man sei für das Glück der anderen verantwortlich. Es leiden v.a. leistungsstarke Menschen an Schulterschmerzen und die Botschaft ist nicht unbedingt, weniger zu tun, sondern es mehr aus Freude als aus Verpflichtung zu tun. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Schwitzen und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Menschen, die zu wenig schwitzen, innerlich emotionsgeladen sind, ihre Gefühle in sich aufstauen, weil sie fürchten, andere sonst zu verletzen. Menschen, die unter häufigen und starken Schweißausbrüchen leiden, haben ihre Emotionen häufig lange zurückgehalten, sind jedoch nun an eine Grenze gelangt, an der sie sich freien Lauf verschaffen wollen. Es ist möglich, das einem dies schwer fällt, weil man keine Übung hat, anderen sein Innenleben anzuvertrauen. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Seelische „Destabilisierung“
durch Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstruktur
Das Muster von Gefühlen, Gedanken und Verhalten der Menschen mit Narzissmus ist geprägt durch das starke Verlangen nach Aufmerksamkeit und auch Bewunderung durch andere. Das dauernde und starke Verlangen nach Aufmerksamkeit und Bewunderung führt dazu, dass sie eine Rolle spielen - bis hin zu Verlust von Ehre und Gesundheit. Sie zeigen eine egozentrische Einstellung mit einem Mangel an Einfühlungsvermögen in andere. Egozentrik bedeutet hierbei, dass zusätzlich zu dem Egoismus, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zuerst zu verfolgen, die Wahrnehmung kommt, alles auf sich selbst zu beziehen und das Verständnis, selbst der Mittelpunkt allen Geschehens zu sein. Alles hat mit ihnen zu tun und sie selbst auch mit allem. Sie sind außer Stande, irgendetwas aus irgendeinem anderen als ihrem eigenen inneren Standpunkt zu betrachten. Sie beurteilen alles danach, wie es sie berührt, und nicht danach, welche Auswirkungen es für andere haben kann. Alle Menschen drehen sich wie Planeten in einem Sonnensystem um sie als Sonne. Dabei ist die Fähigkeit, sich selbst zu in Frage zu stellen vermindert.
Ihre Fähigkeit zu echten eigenen Gefühlen ist eingeschränkt. Sie empfinden rasch aufflackernd, wechselnd, wieder abflauend und eher oberflächlich und zeigen irrationale, aber emotional eher kühle, Ausbrüche. Die Schwierigkeiten mit echten, eigenen Gefühlen, insbesondere von Traurigkeit, Sehnsucht oder Bedauern sind typisch. Sie tun alles, um jedem echten, eigenen Leiden aus dem Weg zu gehen. Stattdessen treten Wut oder Empörung auf. Enttäuschungen oder Scheitern haben bei ihnen eher Zorn oder Groll zur Folge anstatt Traurigkeit. Dies erklärt die kalte Wut, die sich ihrer bemächtigt anlässlich von Kränkungen und Zurückweisungen. Wenn Narzissten gekränkt werden – und das bedeutet Zurückweisung oder Scheitern – hegen sie die kühle und dauerhafte, oft jahrelange Idee, die Zurückweisung zurückzugeben. Die Narzissten können sich begeistern für einen Menschen, eine Tätigkeit oder eine Idee, aber diese Strohfeuer bleiben stets oberflächlich. Die Narzissten wollen beeindrucken und etwas Besonderes sein, um mehr zu scheinen, als sie tatsächlich meinen, dass sie es wären.
Im Inneren fühlen sie sich klein und schwach und gleichen dies mit einem überlebensgroßen Präsentationsbild von sich aus. Daher ist Wirkung für sie so wichtig. Der Narziss aus der mythologischen Sage ist ein Jüngling, in den sich eine Wassernymphe verliebte. Weil er sie ablehnte, verzauberte sie ihn so, dass er sich in sein eigenes Spiegelbild im Wasser verliebte. Narziss konnte sich aufgrund seiner tiefen Liebe zu seinem Spiegelbild – nicht zu sich selbst – nicht mehr vom Wasser abwenden und verhungerte.
Narzissten sind Menschen, die glauben sich zu finden, indem sie sich im Spiegel und zwar im Spiegel von uns anderen Menschen betrachten. Um sich von den anderen ständig ihr überlebensgroßes Präsentationsbild bestätigen zu lassen und dabei nicht angegriffen zu werden, verbreiten die Narzissten unterbewusst um sich herum eine Atmosphäre der Verunsicherung von uns anderen, die uns so „klein“ macht, dass wir sie „groß“ sein lassen. Die Narzissten glauben, selbst kein eigenes Wesen zu haben und versuchen, ihre vermeintliche Leere zu tarnen. Sie sind Menschen, die selbst nie als eigenständige Wesen anerkannt wurden, typischerweise der "Prinz" oder die "Prinzessin" oder emotional völlig übergangen worden und haben sich - aus welchen Gründen auch immer - ein überdimensional großes Bild von sich entworfen und geben sich der Illusion hin, dieses Bild bräuchten sie, um die anderen bezüglich ihrer wahren Größe zu täuschen.
Tatsächlich sehen wir in der Regel hinter diesem vermeintlich großen Bild die liebenswerten „kleinen“ Menschen, die ja einfach genauso "groß" sind wie wir alle. Die Narzissten aber können nicht von den überlebensgroßen Bildern ablassen, weil sie sonst keinen Boden unter ihren Füßen fühlen.
Sie befinden sich ständig auf der Suche nach sich selbst, nach der eigenen Identität, die sie nicht spüren können. In ihnen steckt eine unbestimmte Sehnsucht nach dem „Ganz-anderen“, die nie Erfüllung findet. Sie bewegen sich in einer Welt der Unbestimmtheit, Uneindeutigkeit und unsicheren Selbstwahrnehmung. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit einer Inszenierung ihres Selbst anstatt mit sich selbst. Obwohl sie somit ständig mit sich beschäftigt wirken, bewegen sie sich doch immer nur an der Oberfläche. Sie suchen ihre Identität immer nur in der Unterscheidung zu anderen mit ständigem Blick auf die anderen. Auf der anderen Seite führt die unbestimmte Selbstwahrnehmung dazu, dass sie die Vermutung hegen, andere hätten etwas, das ihnen fehlt. Und auch dieses vermeintliche Fehlen führt dazu, dass sie sich noch mehr mit der Oberfläche beschäftigen. Das Gefühl, was sie im tiefsten Innern dabei bewegt, ist der Neid gegenüber den anderen, die als vollständig wahrgenommen werden. Sie werden hin und her gerissen von dem Bestreben, anders als die anderen zu sein und der Anziehungskraft, die das Leben der anderen auf sie ausübt, denn es verspricht ihnen eine Erfüllung, die ihr Leben nicht zu haben scheint. Herauskommen würden sie, indem sie lernen, den Frieden im Kleinen zu finden, im Hier und Jetzt einfach mal echt zu sein.
Dabei sind die anderen für die Narzissten keine Personen, sondern Träger einer Eigenschaft – und sei es Jugend oder Kindlichkeit – die sie sich anzueignen versuchen. Sie empfinden Missgunst gegenüber jenen, die Dinge zu besitzen scheinen, die sie nicht haben. Während der narzisstischen Angriffe, „konsumieren“ sie quasi seelisch diese Eigenschaften von uns anderen. Da sie sich selbst nicht finden, sollen die anderen – selbst die eigenen Kinder – auch nicht vollständig sein. Um sich zu stabilisieren, brauchen sie die Verunsicherung von uns anderen.
Um ihre eigene Echtheit und den Frieden im Kleinen zu finden, müssten die Narzissten jedoch von ihrem überlebensgroßen Präsentationsbild ablassen und daran halten sie bedingungslos fest. Sie beschäftigen sich gerne mit Großartigkeit, Macht und Erfolg, ihrem eigenen und dem anderer, den sie rückhaltlos bewundern, wenn sie sie für bedeutender, z.B. aufgrund ihrer Position oder von Titeln, halten. An solche Menschen können sie sich auch anpassen wie ein Chamäleon.
Die narzisstischen Angriffe beruhen auf einem zugegebenermaßen unterbewussten Prozess, aber versteckter aggressiver Machenschaften. Sie müssen jemand anders klein machen und herabsetzen, um sich selbst zu stabilisieren. Ihr Selbstwertgefühl und ihr Präsentationsbild benötigen diese Festigung. Durch scheinbar harmlose Worte, Anspielungen, Einflüsterungen, Nichtausgesprochenes und Auslassungen verunsichern sie uns andere so, dass wir uns körperlich angegriffen fühlen – gemessen an körperlichen Stressparametern. Sie selbst halten sich dabei stets heraus und außen vor, ersparen sich damit den inneren Konflikt und die Gemütsbewegung. Sie tun als handelten sie „moralisch überlegen“, z.B. teilen sie einem nur mit, was „andere“ über einen reden, was „besser“ für einen wäre, wollen einen nur „beschützen“, nur "das Beste für einen" etc. Keine Schuld, kein Leid. Die Narzissten empfinden Beziehungen ja ohnehin kaum und benötigen sie durch die aggressive Reibung.
Das schlimmste für Narzissten ist es, die Verantwortung für ein zwischenmenschliches Problem zu übernehmen. Wenn in einer zwischenmenschlichen Beziehung ein Problem auftritt, können sie keinerlei "Selbstbeteiligung" daran dulden. Es ist ihnen unmöglich. Sie richten es so ein, dass wir andere immer „Schuld“ und der Sündenbock sind, so bleibt es ihnen erspart, sich selbst in Frage zu stellen. Reagieren wir wütend, werden wir als „aggressiv“, „unbeherrscht“ oder „böse“ bezeichnet, ziehen wir uns zurück, nennen sie uns „blockiert“, „depressiv“, „emotional labil“, „überempfindlich“ oder „nicht belastbar“. Man ist immer der Verlierer. Außerdem werden im Konfliktfall hinten herum Verdächtigungen oder Verleumdungen benutzt, um den anderen klein zu kriegen.
Phase 1: Verwickeln: Warum lassen wir uns überhaupt darauf ein? Die Narzissten treten mit anderen in Verbindung, um zu verwickeln. Ihr „Türöffner“ ist, dass sie stets nett und charmant, oft bezaubernd auftreten. Haben sie den anderen an der Angel, lassen sie ihn zappeln, solange sie ihn brauchen. Sie interessieren sich nicht für die komplizierten Gemütsbewegungen des anderen.
Phase 2: Manipulieren: Überentwickelt ist bei den Narzissten ihre Manipulationsfähigkeit. Was das "Verwickeln" und "Manipulieren" angeht, sind sie wahre Zauberkünstler und täuschen auch Psychiater, Richter, Psychotherapeuten, wen auch immer. Sie lenken von der Wirklichkeit ab, überrumpeln und beeinflussen unter der Hand. Sie greifen niemals frontal an, sondern nur indirekt. Sie erschleichen sich unsere Zuwendung, damit wir ihnen ein gutes Selbstbild zurückspiegeln. Wie machen sie das? Sie nutzen unsere Beschützerinstinkte aus. Die Manipulation erfolgt hauptsächlich, natürlich ohne dass sie dies selbst wissen, durch Mitleid. Wir alle spüren in der Gegenwart der Narzissten hinter dem überlebensgroßen Präsentationsbild das Leid heraus. Sie erregen unser Mitleid und manipulieren uns dadurch. Häufig sehen wir alle bereits im Stadium der "Verwicklung" den "unglücklichen, kleinen Jungen" oder das "unglückliche, kleine Mädchen" im Narzissten - das tatsächlich hinter dem narzisstischen Verhalten steht - und wollen trösten und helfen, was jedoch gar nicht möglich ist. Schließlich sitzen wir in der Falle dessen, was wir retten wollten.
Deshalb haben auch Außenstehende, welche die Narzissten nicht "spüren", kein Verständnis für das Verhalten der Betroffenen und halten diese bestenfalls für "zu gutmütig", schlimmstenfalls für "zu doof". Wenn sie ihnen jedoch selbst begegnen, finden sie die Narzissten meistens sehr charmant und freundlich - sie werden nämlich sofort verwickelt.
Sie könnten allerdings auf die Diskrepanz in der Wechselwirkung des Narzissten und des Betroffenen achten. Der Betroffene wirkt angespannt, gequält und leidend, der Narziss fühlt sich sichtlich wohl, was ansonsten niemals der Fall wäre, wenn jemand, zu dem man irgendeine Form eine Bindung hat, gequält und leidend wäre - aus welchem Grund auch immer. Nur fühlt der Narziss eben diese Bindung nicht. Mit ihm gibt es keine Wechselwirkung.
Kinder können natürlich durch ihre engsten Bezugspersonen extrem leicht manipuliert werden. Sie suchen immer nach Entschuldigungen für die, die sie lieben, also ihre Eltern. Sie sind bereit, ihnen fast alles zu verzeihen, die Schuld auf sich zu nehmen, zu verstehen und jeden Versuch zu machen, zu begreifen.
Phase 3: Hohe Emotionen: Durch Auslösen hoher Emotionen bei uns anderen, durch Umgarnen, Schmeicheln und heftiges Lob, während sie selbst relativ kühl bleiben, werden wir daran gehindert, in Ruhe nachzudenken. Im nächsten Schritt werden wir gelähmt durch Unbestimmtheit und Ungewissheit, wie abrupte Absagen, fehlende Rückrufe, nicht eingehaltene Absprachen, die wir versuchen zu klären, jedoch gar nicht klären können. So halten Narzissten einen auf Abstand und gleichzeitig innerhalb der von ihnen bestimmten Grenzen, nehmen uns den Atem und hält uns "zur Verfügung".
Phase 4: Stress: Dann wird man "gestresst". Wie angelegentlich wird man offen herabgewürdigt. Man wird überwacht und kontrolliert. Man muss sich rechtfertigen. Man bekommt das Gefühl, man müsste ständig auf der Hut sein. Man nimmt immer mehr hin und traut sich immer weniger zu sagen.
Phase 5: Destabilisierung: Mittels zwischenmenschlichem "Gefälle": Die Narzissten halten fest an einen, weil sie uns brauchen, damit wir sie spiegeln und bewundern, weil sie uns brauchen, um einen herabwürdigen und kritisieren zu können, um sich selbst aufzuwerten. Außerdem brauchen sie uns, um jemanden beherrschen zu können, um nicht Gefahr zu laufen, allein zu sein. Man wird aber zur Vermeidung emotionaler Verwicklungen immer auf Halbdistanz gehalten. Man wird nicht in seinem Wesen wahrgenommen, sondern in seiner Individualität geleugnet. Jede Situation, die dieses System zur Verdeckung ihrer Schwächen, ihrer Ängste und ihrer vermeintliche Leere in Frage stellt, führt zu einer Kettenreaktion narzisstischer Angriffe.
Phase 5: Destabilisierung: Mittels steter Kritik: Die Narzissten spielen sich gerne als maßgeblich auf, als Eichmaß des Guten und des Bösen und der Wahrheit. Sie wirken oft moralisierend, überlegen und reserviert. Selbst wenn sie nichts sagen, strahlen sie stille Kritik aus. Sie kehren ihre untadeligen Werte hervor, um andere zu täuschen und zu verunsichern. Sie prangern auch gerne die menschliche Boshaftigkeit an. Sie tadeln alle, lassen aber keinen Vorwurf gegen sich gelten. Angesichts dieser Welt der „Macht“ befindet man sich wieder in einer Welt der „Ohnmacht“. Die Schwachstellen anderer aufzuzeigen, ist wieder die fast paranoide Methode, sich gegen die Offenbarung eigener Schwächen zu verteidigen. Während sie alle und jeden kritisieren, versuchen sie wieder ihre „Macht“ zu bewahren. Sie leisten sich kaum Wutausbrüche, reagieren nur kühl und gemein, aber auch nicht allzu offenkundig, um ihre Umgebung nicht gegen sich aufzubringen; nur immer mal wieder eine kleine unscheinbare Bosheit, wohldosiert und verunsichernd, aber schwer dingfest zu machen. Dabei sind sie äußerst geschickt. Sie stellen auch gerne die Situation auf den Kopf und sind dann schlussendlich das „Opfer“, während die anderen dann die „Bösen“ sind.
Phase 5: Destabilisierung: Mittels "Herrschaft": Die Narzissten zwingen ihre Herrschaft auf, um einen festzuhalten, während sie gleichzeitig fürchten, dass man zu nahe kommen könnte. Es geht darum, den anderen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu halten. Sie tun, als stünde ihnen alles Mögliche zu, als würde ihnen alles Mögliche geschuldet. Man selbst wird gefangen in Zweifel und Schuldgefühlen und kann keinen Widerstand leisten. Die unausgesprochene Botschaft, die einen beherrscht lautet: „Du würdest mich vielleicht interessieren, wenn du dich noch ein bisschen mehr anstrengst.“ Sie ist verdeckt genug, damit man nicht fortgeht, und sie ist deutlich genug, damit man sich immer noch ein bisschen mehr anstrengt. Der andere bleibt da, um andauernd in seinen Erwartungen enttäuscht zu werden. Der Gang der Einflussnahme wird auf die Sensibilität und Verletzlichkeit des anderen abgestimmt - jeder nach seinem speziellen "wunden Punkt". Bei der narzisstischen Strategie wird der andere nicht sofort unterworfen, sondern nach und nach beherrscht und zur Verfügung gehalten. Zuerst sind die Machenschaften harmlos, solange wir uns nicht wehren und sie fleißig bewundern. Wenn wir aber anfangen uns zu wehren, werden sie fortschreitend zerstörerischer. Der andere ist nur Objekt, das an seinem Platz für Objekte zu bleiben hat. Am Anfang nehmen wir die Unterwerfung hin, weil sie besser scheint, als getrennt zu sein. Da die Narzissten wenig geben und viel verlangen, liegt die Vermutung bei jedem von uns nahe, wenn man sich „besser“ verhalte, würde man endlich anerkannt und gesehen. Ein aussichtsloses Unterfangen, denn sie wollen ja nicht zufrieden gestellt werden, um das Spiel aufrechtzuerhalten.
Phase 6: Verweigerung jeder echten Kommunikation: Die Narzissten sagen nichts, was einem gestatten könnte, etwas zu verstehen, nur z.B. „Du verstehst mich ja doch nicht“ oder "Mit dir kann man ja nicht reden". Kein Problem wird benannt. Man wird häufig auch gekränkt dadurch, dass bestimmte Dinge nicht getan werden, z.B. nicht gegrüßt, nicht Gute Nacht gesagt, nicht geantwortet oder nicht nachgefragt. Oder es wird in der eigenen Gegenwart gesprochen als sei man gar nicht anwesend. Die fehlende Kommunikation lähmt den Betroffenen schlussendlich, so dass man sich gar nicht mehr verteidigen kann. Außerdem bringen sie damit ein weiteres Mal zum Ausdruck, dass man sie nicht interessiert.
Man fragt sich, was man eigentlich getan hat, was einem vorgeworfen wird. Dies wird niemals wirklich deutlich werden. Selbst wenn verhältnismäßig konkrete Vorwürfe gemacht werden, erkennt man narzisstische Angriffe daran, dass sie nebulös bleiben. Es gibt kein wann, was, wo, sondern nur Phrasen wie „Du bist immer so schwierig“ oder "Sie müssen sich mal mehr Mühe geben" etc.
Man wird nonverbal diskreditiert. Ungeduldige Seufzer, Achselzucken, missbilligende Blicke, gehässige Andeutungen und unfreundliche Bemerkungen lassen nach und nach Zweifel am Selbstbild des Betroffenen entstehen, der langsam mehr und mehr alles in Frage stellt, was er sagt und was er tut. So lange diese Angriffe indirekt sind, kann man sich nicht verteidigen. Wir selbst zweifeln allzu oft an unseren eigenen Wahrnehmungen.
Die Narzissten bedienen sich auch der Illusion von Kommunikation, die sie nicht verwenden, um zu verbinden und zu klären, sondern um fernzuhalten und den Austausch zu verhindern. Sie manipulieren und verwirren den anderen einen mit Worten. Auch wenn es nonverbal ist, versteckt oder unterdrückt bleibt, im Unausgesprochenen, in Anspielungen oder in Auslassungen, der narzisstische Angriff wird spürbar, weil er Verletzung und Angst bewirkt.
Die narzisstischen Angriffe äußern sich auch gerne am Telefon, was sich auch darin zeigt, dass man häufig sehr ungern mit Narzissten telefoniert. Ohne Augenzeugen können sie dort ihre Lieblingswaffe einsetzen, das Wort, das verletzt und krank macht ohne von Dritten verfolgbare Spuren zu hinterlassen. Durch die Verweigerung der echten Kommunikation sieht man sich genötigt, sich aus der Deckung zu begeben und sie greifen sofort jede Angriffsfläche auf, um einen klein zu machen. Auch die Zufluchtnahme zu Briefen, die aggressiv sind durch Nichtausgesprochenes, Andeutungen oder in denen „sie nur mal ihre Gefühle ausdrücken“, ist ein Kunstgriff, um ohne Spuren zu destabilisieren.
Es geht nicht darum, Narzissten „den Prozess zu machen“ (in dem sie sich übrigens bestens verteidigen könnten) sondern ihr schädliches Verhalten zu verstehen. Sie setzen auf ihren Charme und gebrauchen ihre Manipulationsfähigkeit, um sich auf Kosten anderer besser zu fühlen.
Jeder von uns mag ab und zu mal so handeln. Die Narzissten erkennen wir daran, dass es ihnen letzten Endes unmöglich ist, sich in Frage zu stellen. Um es noch mal zu betonen: Im alltäglichen Leben ist es normal, dass Konflikte auftreten. Der Unterschied zum Leben mit Narzissten liegt in der steten Wiederholung von Destabilisierungen anderer, ohne das mindeste echte Bemühen, selbst etwas zu ändern, bis sich die anderen zunehmend „angegriffen“ und „krank“ fühlen.
Das Schwierige an der Beschreibung ist, dass jedes Wort, jede Betonung und jede Anspielung von Bedeutung ist. Alle Einzelheiten erscheinen – für sich genommen – harmlos, doch entweder in ihrer Häufigkeit und Summe oder in ihrer einzelnen Schwere sind sie deutlich von anderen Konflikten zu unterscheiden. Man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes „angegriffen", "verletzt“ und „nieder geschlagen“. Darüber hinaus neigen die Narzissten meistens dazu, ihre Angriffe bei mehreren Menschen zu wiederholen, während sie gleichzeitig häufig als charmante und sozial angepasste Individuen gelten.
Bei den Betroffenen ist es wichtig, nicht auf das Missverständnis hereinzufallen, sie „ließen es ja auch schließlich mit sich machen“. Dies mag in „normalen“ Beziehungen der Fall sein, aber im Falle narzisstischer Angriffe, ist der Betroffene ein „Opfer“, dessen seelische Integrität verletzt und geschädigt wird, genau wie im Falle körperlicher Gewalt. Selbst wenn man anrechnet, dass bestimmte Betroffene sich eher an Narzissten „festbeißen“, weil sie sich wehren und nicht zur Flucht neigen, ist es unerlässlich, immer im Bewusstsein zu halten, dass sie nicht verantwortlich sind für seelische Angriffe, die ihnen zugefügt werden.
Den Angriffen ist häufig - sogar in der Psychotherapie - das Moment der Unbeschreibbarkeit gemeinsam. Die Betroffenen, obwohl sie ihre Verletzung eingestehen, trauen sich nicht, sich wirklich vorzustellen, dass ihnen ein seelischer Angriff zugefügt wurde. Es bleibt der Zweifel, ob nicht doch sie selbst es sind, deren Wahrnehmung verzerrt ist. Wenn sie es wagen, sich zu beschweren über das, was geschieht, haben sie das Gefühl, es nur unvollkommen beschreiben zu können und deshalb nicht verstanden zu werden. Es fällt bei den Geschichten der Betroffenen auf, dass sie stets glauben, ganz alleine mit diesem Phänomen zu sein, das jedoch im psychotherapeutischen Alltag extrem häufig ist.
Die meisten Betroffenen können es gar nicht fassen, dass man so gegen sie vorgeht – ohne einsichtigen Grund. Im Gegensatz zu dem, was die Narzissten alle glauben machen wollen, sind die Opfer anfangs keineswegs von Krankheit befallene oder auch nur schwache Persönlichkeiten. Im Gegenteil tritt sehr häufig das narzisstische Quälen dann auf, wenn sich ein Betroffener der Herrschsucht entgegenstellt und sich weigert, sich unterjochen zu lassen. Es ist gerade seine Fähigkeit, allem Druck zum Trotz, der Autorität Widerstand zu leisten, die ihn dazu bestimmt, zur Zielscheibe zu werden. Typischerweise sind die Betroffenen ausgerechnet „immer zur Stelle“, weil sie zum "aushalten" neigen, und somit – leider – auch immer zu treffen. Später rechnet man der Person an, was die Angriffe aus dem Betroffenen gemacht haben: „aggressiv“, „hysterisch“, "depressiv", „kränklich“, „weinerlich“, „übersensibel“, …
Parallel dazu findet häufig ein Prozess der Isolierung statt. Die Verteidigungshaltung, in die der Betroffene gerät, treibt ihn häufig zu Verhaltensweisen, die seine Umwelt reizen. Er gilt als nörglerisch, ständig jammernd oder von fixen Ideen besessen, einer der immer jammert und doch nichts ändert. Das Umfeld kommt auf die Idee, solche Aggressionen könnten doch „nicht ohne Grund“ ausgelöst werden oder meinen der Betroffene sei „emotional labil“. Selbst der Betroffene selbst meint lange, es handele sich um Missverständnisse innerhalb einer affektgeladenen Situation, anstatt um ein strukturell stilles und subtiles, aber aggressives Verhalten. In jedem Fall verliert er nicht nur seine Ursprünglichkeit, sondern auch zunehmend seine soziale Unterstützung.
Sehr häufig stellt man bei Erwachsenen, die als Kind Opfer eines narzisstischen Elternteils gewesen sind, Symptome und Verhaltensweisen wie bei einer komplexen Traumatisierung fest, was nur den Schluss zulässt, dass es sich um eben eine komplexe Traumatisierung handelt. Die narzisstischen Anspielungen und Bemerkungen sind eine seelische Traumatisierung. Die Kinder beklagen sich nicht über schlechte Behandlung, sondern sind unentwegt auf der Suche nach – der unmöglichen – Anerkennung durch den narzisstischen Elternteil. Sie verinnerlichen das negative Bild von sich selbst und nehmen an, sie hätten all das verdient.
Der Weg aus dem Kreislauf heraus führt über das Erkennen, von jemand anderem tatsächlich geschädigt zu werden. Danach ist das Ziel – unter Begleitung – das Selbstwertgefühl zu verbessern und die Zweifel über die eigene Person zu korrigieren. Der nächste Schritt liegt darin, innerlich zu widerstehen, innerlich stabil zu bleiben und nicht mehr auf die Angriffe zu reagieren. Im nächsten Schritt wird sich der Narziss demaskieren, weil er unter der inneren Neutralität des Betroffenen zu immer drastischeren Angriffen greifen wird und dadurch wird der Betroffene in seiner Erkenntnis bestärkt. Dadurch wird mit der Zeit der Kreislauf umgedreht in Erkenntnis – Aufbau von Selbstwertgefühl – inneres Widerstehen und Handeln.
Ein gutes Buch dazu: "Die Masken der Niedertracht - Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann" von Marie-France Hirigoyen
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Sehnenentzündung und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Sehnenentzündungen auf verdrängten Zorn hindeuten. Man versagt sich bestimmte Dinge aus Angst, etwas zu zerbrechen. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Seneca
Lucius Annaeus Seneca, genannt Seneca, der Jüngere, war ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit und lebte von ca. 1 bis 65 nach Christus. Er war ab 49 der maßgebliche Erzieher des späteren Kaisers Nero und verfasste für diesen die Denkschrift, warum es weise sei, Milde walten zu lassen, "De Clementia". Wie bekannt, konnte er Neros eigensüchtigem und ausschweifendem Temperament keinen Einhalt gebieten und es wurde ihm von diesem letztendlich die Selbsttötung befohlen. Diesem Befehl kam er nach.
"Ducunt fata volentem, nolentem trahunt. – Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es mit sich."
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Sepia (Tintenfischtinte)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel der psychologischen/klassischen Homöopathie
extrovertiert - reizbar - überfordert
Meist Frauen (Element: Wasser)
- Karrierebewusst, unabhängig
- Weise und weiblich
- Tanzt sehr gerne, tänzerische Bewegungen
- Gefährtenhaft
- Voller Groll, auch zickig, leicht verärgert bei Druck
- Pflichtbewusst, übernimmt Märtyrerrolle, Apathie, alles ist zuviel, fühlen sich erschöpft, überfordert und ausgenutzt
- Vermindertes Selbstvertrauen
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Serotonin-System
Das Serotonin-System hat eine allgemein modulierende Funktion auf das Zentral-Nerven-System. Die laienhafte Darstellung des "Glückshormons" ist insofern falsch, dass Serotonin keineswegs "glücklich" macht, sondern das Fehlen von Serotonin auf Dauer "unglücklich", nämlich depressiv macht.
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Sertindol
steht auf der so genannten "Me-too-Liste" mehrerer kassenärztlicher Vereinigungen. Ist ein atypisches Neuroleptikum mit mittelstarker antipsychotischer Wirksamkeit ohne beruhigende Wirkung. Regelmäßige EKG-Kontrollen sind wegen des Risikos von Herzrhythmsustörungen erforderlich. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
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Sertralin
ist ein typisches modernes Antidepressivum, ein SSRI mit guter Wirksamkeit und wenig Nebenwirkungen, daher eines der Antidepressiva der ersten Wahl. Es soll einen besonders schnellen Wirkeintritt haben. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
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Silicea (Kieselerde)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel der psychologischen/klassischen Homöopathie
entschlossen- ruhig - ängstlich
Meist Frauen (Element: Erde)
- Intellektuell feinsinnig, subtiler Intellekt
- Angst vor Verantwortung, ängstlich und zögernd
- Minderwertigkeitsgefühle, Selbstzweifel und Zukunftsängste
- Starke Entschlossenheit, trotz der großen Ängstlichkeit
- Beharrlich, hartnäckig und eigensinnig
- Feinfühlig und warm, integer und loyal
- Passiv, Schwierigkeiten mit der Festigkeit
- Bodenständig, mögen sinnliches Vergnügen
- Künstlerische Fähigkeiten
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"Skeptiker"
ist ein Enneagramm-Typus. Den "Skeptikern" geht es darum, Sicherheit zu bekommen, die sie in sich selbst nicht spüren. Deshalb suchen sie diese bei anderen, bei einzelnen Personen oder Gruppen. Sie erwarten, dass diese eine durch Autorität abgesicherte Verlässlichkeit bieten. Normen, Gesetze und Vorschriften halten sie deshalb auch genau ein.
Das Problem ist, dass der "Skeptiker" aber Autoritäten grundsätzlich auch immer anzweifelt und kritisiert und so die große Loyalität der Skeptiker stets von einem tiefen Misstrauen begleitet ist. Solange diejenigen, an die sie sich anlehnen, ihnen Sicherheit geben, lassen "Skeptiker" sich gerne führen, passen sich hierarchischen Strukturen bereitwillig an und führen die ihnen anvertrauten Aufgaben zuverlässig aus. Haben sie ihren Platz gefunden, erleben sie ihre gesicherte Position als bedroht durch jede Art von Veränderung. Diese Zerrissenheit zwischen bedingungslosem Anlehnungsbedürfnis und tiefem Misstrauen erklärt, weshalb der "Skeptiker" sowohl ängstlich und anpassungsbereit als auch extrem wagemutig auftritt. Mitunter bekämpft der "Skeptiker" seine Angst vor der stets drohenden Unsicherheit, die er fühlt, indem er sich vorbeugend in Gefahrensituationen begibt.
Das (unterdrückte) Gefühl: Das den "Skeptiker antreibende (unterdrückte) Gefühl ist eine Angst, die der Unsicherheit entstammt, kein inneres Zuhause zu fühlen.
Der Abwehrmechanismus, den die "Skeptiker" ausprägen ist die Projektion. Sie tragen die Unsicherheit zwar in sich selbst, projizieren sie aber nach außen: "Die Welt bietet mir kein Zuhause." Weil sie nicht spüren möchten, dass ihnen in sich selbst die Sicherheit fehlt, wird die fehlende Sicherheit unterbewusst der Welt zugeschrieben. Die "Skeptiker" sind dabei Meister, von anderen kaum beachtete Kleinigkeiten zu Indizien für anstehende apokalyptische Schrecknisse zu stilisieren. Und wird die Welt ständig auf Anlässe für mögliche Katastrophen hin beobachtet, kann man sich nicht sicher und geborgen fühlen.
Eine Lösung: Befreiung aus dieser Zwangslage erlangt der Skeptiker, wenn er lernt, auf sich selbst zu vertrauen, Unabhängigkeit zu gewinnen und sich von Autoritäten zu befreien. Dabei bedürfen gerade Skeptiker häufig einer Begleitung, die ihnen Vertrauen gibt, ohne für sie zur Autorität werden.
Ein gutes Buch: "Das Enneagramm: Die neun Gesichter der Seele" von Richard Rohr und Alexander Ebert
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Skoliose und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass ein Mensch, der an Rückgratverkrümmung leidet, das Gefühl hat, die ganze Welt auf seinen Schultern tragen zu müssen. Oft lebt man in einer Familie, die große Hoffnungen auf ihn setzt. Der Umstand, eine Zukunft schaffen zu sollen, die sich dieser Hoffnungen würdig erweist, liegt einem wie eine schwere Last auf dem Rücken und macht Angst. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Somatoforme Störungen
sind Störungen mit wiederholtem Erleben und Darstellen körperlicher Symptome, die aber keine entsprechende körperliche Grundlage haben. Charakteristisch dazu gehört die hartnäckige, immer wiederkehrende Forderung nach medizinischen Untersuchungen oder Eingriffen trotz bereits mehrfach negativen Ergebnissen und trotz bereits mehrfachen Versicherungen der Ärzte, dass die Symptome nicht ausreichend körperlich begründbar sind. Hinzu gehören außerdem soziale Einschränkungen, die durch Vermeidungsverhalten und Konzentration auf die körperlichen Beschwerden entstehen. Unterschieden werden fünf Unterformen:
Somatisierungsstörung: Hier entstehen viele, wechselnde körperliche Beschwerden ohne körperlichen Befund. (Früher "psychogene Körperstörung") Wesentlich ist die Konzentration auf diese Beschwerden, die zum "Lebensinhalt" zu werden scheinen und fast alle anderen sozialen Aktivitäten beeinträchtigen mit dem Argument, dass diese zwar erwünscht, aber körperlich nicht möglich seien.
Hypochondrische Störung: Hier handelt es sich um die beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, eine körperliche Erkrankung zu haben. (Früher "Hypochondrie") Oft fällt hier eine Nähe zum "Wahn" mit beinahe unkorrigierbarer Gewissheit auf. Die Betroffenen sind fest überzeugt, an einer schweren Krankheit zu leiden.
Dysmorphophobe Störung: Hier handelt es sich um die beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, körperlich entstellt zu sein. (Früher "Dysmorphophobie") Oft fällt hier eine Nähe zum "Wahn" mit beinahe unkorrigierbarer Gewissheit auf. Die Betroffenen sind fest überzeugt, körperlich enstellt zu sein.
Somatoforme autonome Funktionsstörung: Hier enstehen viele, wechselnde Beschwerden des vegetativen Nervensystems ohne körperlichen Befund. (Früher: "Psychovegetatives Syndrom") Mögliche Sympome sind u.a. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemlosigkeit, Herzrasen, Herzschmerzen, Kreislaufbeschwerden, etc.
Somatoforme Schmerzstörung: Hier handelt es sich um anhaltenden, schweren Schmerz ohne körperlichen Befund. (Früher: "psychogenes Schmerzsyndrom") Die Betroffenen können die Aufmerksamkeit kaum auf andere Sachverhalte lenken, so dass diese zum "Lebensinhalt" zu werden scheinen und fas alle anderen sozialen Aktivitäten beeinrächtigen mit dem Argument, dass diese zwar erwünscht, aber körperlich nicht möglich seien. Der Schmerz wird als alleinige Ursache der allgemeinen Leistungsminderung angegeben.
Für die Therapie ist es wichtig, dass der Patient lernt, seelische, geistige und körperliche Prozesse sich stets wechselseitig beeinflussen. Die richtige - und vollständige - Diagnostik soll zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt - und abgeschlossen - werden. Dann kommen Psychotherapie, Entspannungsverfahren und verschiedene psychopharmakologische Ansätze wie Antidepressiva und auch Neuroleptika in Betracht. Von großer Bedeutung ist auch parallel verlaufende Erkrankungen wie Depressionen und Angsterkrankungen zu erkennen und zu behandeln.
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Soziophobie
Jeder achte Mensch leidet unter einer Soziophobie. Zum Vergleich: Jeder zehnte Mensch leidet unter Diabetes mellitus.
Die Betroffenen haben Furcht vor der prüfenden Betrachtung durch andere Menschen vor allem in eher kleinen, überschaubaren Gruppen, weniger in Menschenmengen. Die Angst zentriert sich auf bestimmte soziale Situationen, welche vermieden werden. Es handelt sich häufig um Situationen wie Essen oder Sprechen in der Öffentlichkeit oder Treffen mit anderen Menschen. Sie kann aber auch unbestimmt sein und in fast allen sozialen Situationen außerhalb von ganz besonders vertrauten Personen auftreten. Häufig basieren die Ängste auf einem niedrigen Selbstwertgefühl und der Furcht vor Kritik. Als Symptome können Erröten, Vermeiden von Blickkontakt, Zittern, Herzrasen, Durchfall, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen auftreten. Die Beschwerden können sich bis zur Panikattacke verschlimmern. Ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalen kann zur sozialen Isolation führen. Therapeutisch sind Entspannungsverfahren und Psychotherapie von wesentlicher Bedeutung. Medikamentös kommen Sertralin (s.o.), Fluoxetin, Citalopram, Moclobemid, Paroxetin, Mirtazapin oder Venlafaxin in der ersten Wahl in Frage. Sie sollten auch nach der Besserung der Beschwerden noch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um einen Rückfall zu vermeiden. Für besonders belastende Situationen ist häufig die Einnahme von Benzodiazepinen nicht zu vermeiden, wobei hier immer das Abhängigkeitspotential im Auge behalten werden sollte.
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Staphisagria (Rittersporn)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel der psychologischen/klassischen Homöopathie
unterdrückte Wut - sensibel - wild
Frauen und Männer (Element: Luft)
- Schnell aufgeregt, sehr viel Wut, aber unterdrückt, fühlen sich im Inneren verletzt und gekränkt
- Sensibel, zart, ist sehr empfindsam und nachtragend
- Wildheit
- Scheu und zurückgezogen
- Sanft
- Konzentrationsstörungen
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Steißbeinprobleme und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Steißbeinprobleme - an der Basis unserer Wirbelsäule - für Probleme mit unseren grundlegenden Bedürfnissen stehen. Man hätte gerne, dass andere sich um einen kümmern, doch man will sich auch keine Abhängigkeit eingestehen. Vielleicht schämt man sich auch dafür zu sitzen oder sich Ruhe zu gönnen, während andere arbeiten. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Stramonium (Stechapfel)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel der psychologischen/klassischen Homöopathie
wütend - distanziert - kontrollbedürftig
Meist Frauen (Element: Feuer)
- Ungewöhnlich distanzierte Haltung
- Ängste
- Neigung zu aggressiven Impulsen
- Euphorie
- Kontrollbedürfnis und Rituale
- Ungewöhnliche Gedanken und ungewöhnliche Wahrnehmungen
- Getriebenheit
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Sulfur (Schwefel)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel in der psychologischen/klassischen Homöopathie
offenherzig - unordentlich - überlebensgroß
Meist Männer (Element: Feuer)
- Leidenschaft
- Ideenreich, intellektuell inspiriert
- Überlebensgroß
- Freundlich, begeistert
- Dramatik, Neigung zu Übertreibungen
- Exzentrisch
- Liberal und fortschrittlich, hängen aber an traditionellen Werten
- Genau, materiell orientiert, unkonventionell
- Zeigen gerne, was sie können, tendenziell geltungsbedürftig
- Romantisch, idealistisch, sentimental
- Emotional tendenziell etwas unreif
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Sulpirid
ist "von Haus aus" ein Neuroleptikum, das aber in niedriger Dosierung aufgrund seiner (teil-)stimulierenden Wirkung auf das Dopamin-System antriebssteigernd, antidepressiv und beruhigend wirkt. Ebenfalls wirkt es gut gegen Schwindel und Übelkeit. KEIN Abhängigkeitspotential, KEINE Persönlichkeitsveränderung.
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Synkopen und Psychosomatik
Unter der Vorstellung, dass Körper, Geist und Seele nicht zu trennen sind, so dass bei geistigen und seelischen Krankheiten auch körperliche Prozesse und bei körperlichen Krankheiten auch geistige und seelische Prozesse eine Rolle spielen, wird angenommen, dass Synkopen eine Form der Flucht sind, wenn man sich einer bestimmten Situation nicht aussetzen will oder eine gewisse Lage nicht mehr ertragen kann, sich jedoch zu schwach fühlt oder Angst hat, etwas zu ändern. Literatur u.a. von Lise Bourbeau und Louis L. Hay.
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Syphilinum (Luesinum Nosode)
Auch homöopathisches Konstitutionsmittel der psychologischen/klassischen Homöopathie
gerne morbide - kontrollbedürftig - ängstlich
Meist Frauen (Element: Erde)
- Stehen nur mit einem Bein im Leben
- Kontrollbedürfnis, zwanghaft ordentlich
- Selbstvernachlässigend
- Ängstlich und hellsichtig
- Still und bodenständig
- Starker Intellekt
- Neigung zu Abhängigkeiten
- Leicht gereizt und verärgert
- Vampirartiges Aussehen
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Systematischer Quotient
(nach Simon Baron-Cohen et al.) Test: Trifft eine Aussage sehr zu, wertet man zwei Punkte, trifft sie tendenziell zu, wertet man einen Punkt. Der mittlere systematische Quotient liegt zwischen 25 und 75 Punkten. Hiermit kann die geistige systematische Datenverarbeitung eingeschätzt werden. Bei einem Wert von über 90 Punkten kann von "Hochsystematik" ausgegangen werden.
- Ich finde es leicht, mir Zugverbindungen rauszusuchen, auch wenn es sich um mehrer Züge handelt.
- Ich mag Musik- oder Bücherläden, gerade wenn sie gut sortiert sind.
- Ich hätte Spaß daran, Veranstaltungen, Konferenzen oder ähnliches zu organisieren.
- Wenn ich etwas lese, merke ich sofort, wenn es grammatikalisch falsch ist.
- Ich teile in Gedanken die Menschen schon mal in Typen ein.
- Ich habe kein Problem damit, Landkarten zu lesen und zu verstehen.
- Ich habe durchaus schon einmal darüber nachgedacht, wie wohlgeformt ein Berg ist.
- Ich interessiere mich für die Details von Aktien, Wechselkursen und Zinsgeschäften.
- Wenn ich mir ein Auto kaufen würde, würde ich genaue Daten über die Kapazität des Motors haben wollen.
- Ich habe kein Problem damit herauszufinden, wie man einen Festplattenrekorder oder Videorekorder programmiert.
- Wenn ich etwas mag, sammle ich gerne verschiedene Teile dieser Art.
- Wenn ich eine Sprache lerne, faszinieren mich auch die grammatikalischen Regeln.
- Wenn es mich betrifft, weiß ich gerne wie ein Kommittee organisiert ist und wen oder was die einzelnen Mitglieder repräsentieren.
- Wenn ich eine Sammlung, wie CDs, Bücher oder Filme hätte, wäre diese gut organisiert.
- Ich habe kein Problem damit Bauanweisungen, wie man etwas zusammenbaut, zu verstehen, z.B. IKEA-Regal oder Überraschungseier.
- Bei einem interessanten Gebäude interessiert mich auch, wie es genau gebaut wurde.
- Ich interessiere mich dafür, wie drahtlose Kommunikation funktioniert, z.B. mit Handys.
- Wenn ich mit der Bahn fahre, interessiere ich mich auch schon mal dafür, wie die diese Verbindungen koordinieren.
- Ich schaue mir gerne Kataloge an.
- Wenn mir zu Hause etwas ausgeht, schreibe ich es auf eine Liste.
- Ich weiß mit angemessener Genauigkeit, wie viel Geld in diesem Monat auf meinem Konto ein- und ausgegangen ist.
- Als Kind habe ich gerne Aufkleber oder Bildchen gesammelt.
- Ich würde mich in meiner Familie für Ahnenforschung interessieren.
- Wenn ich mich mit Geschichte beschäftige, interessiere ich mich auch für die Jahreszahlen.
- Ich verstehe, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung funktioniert.
- Ich mag Strategiespiele, wie Schach, Dame, Risiko oder Siedler.
- Wenn ich etwas Neues lerne, beschäftige ich mit gerne mit jeder kleinen, neuen Kategorie, um zu wissen, wie genau man das neue Wissen differenziert.
- Es stört mich, wenn die Menschen um mich herum, meine Routinen durcheinander bringen.
- Wenn ich ein Tier sehe, weiß ich gerne genau, was es für ein Tier ist.
- Ich kann mich an große Mengen von Information erinnern, wenn es mich interessiert.
- Zu Hause ordne ich sorgfältig alle wichtigen Dokumente.
- Ich bin fasziniert davon, wie Maschinen funktionieren.
- Wenn ich mir ein Möbelstück anschaue, fällt mir auf, wie es gebaut wurde.
- Ich weiß ungefähr Bescheid über den Gesetzgebungsprozess in unserem Land.
- Ich schaue gerne Dokumentationsfilme im Fernsehen.
- Wenn mich jemand nach dem Weg fragen würde, könnte ich die Richtung zu jedem Teil meiner Heimatstadt zeigen.
- Wenn ich ein Gemälde sehe, denke ich schon mal darüber nach, wie es gemalt wurde.
- Ich bevorzuge zwischenmenschliche Begegnungen, um etwas bestimmtes, wie die Ausübung eines Hobbys, zu unternehmen. Also mich mit anderen zu treffen, um etwas zu tun.
- Ich verstehe gut das Informationsmaterial, das mir die Bank schickt.
- Ich interessiere mich dafür, wie unsere Regierung in Ministerien und Abteilungen unterteilt ist.
- Ich interessiere mich dafür, welchen Weg ein Fluss zum Meer nimmt.
- Ich habe eine große Sammlung, wie CDs, Bücher, Filme oder ähnliches.
- Wenn es ein Problem mit dem elektrischen Strom in meiner Wohnung gäbe, könnte ich es selbst lösen.
- Meine Kleidung ist in meinem Schrank sorgfältig in verschiedene Typen aufgeteilt.
- Ich lese gerne Artikel oder Webseiten über neue Technik.
- Ich kann mir gut bildlich vorstellen, wie die Autobahnen in meiner Region miteinander verknüpft sind.
- Bei einer Wahl interessiere ich mich auch für die Ergebnisse im einzelnen Wahlkreis.
- Ich interessiere mich für Fakten und Personen aus der Geschichte.
- Ich neige dazu, genau zu wissen, wann jemand Geburtstag hat.
- Wenn ich durch den Wald wandere, interessiere ich mich dafür, wie sich die einzelnen Bäume voneinander unterscheiden.
- Ich kontrolliere regelmäßig meine Kontoauszüge.
- Wenn ich mir eine Kamera kaufen würde, würde ich mich auch für die genauen Details der Optik interessieren.
- Wenn ich mir einen Computer kaufen würde, würde ich mich für die genauen Daten der Festplattenkapazität und Prozessorgeschwindigkeit interessieren.
- Ich lese juristische Dokumente - wie Verträge - sorgfältig durch.
- Im Supermarkt an der Kasse sortiere ich die Waren.
- Ich habe ein System, wenn ich zu Hause aufräume oder sauber mache.
- Ich führe gerne tiefgehende politische Diskussionen.
- Ich bin sehr gewissenhaft, wenn ich zu Hause handarbeite oder handwerklich arbeite.
- Ich hätte Spaß daran, zu planen, wie man ein Geschäft von Anfang an bis zu Ende aufbaut.
- Wenn ich eine Stereoanlage kaufen würde, würde ich mich für die genauen technischen Daten interessieren.
- Ich neige dazu, Dinge zu behalten, die andere vielleicht wegwerfen würden, für den Fall, dass sie noch einmal nützlich sein könnten.
- Ich vermeide Situationen, die ich nicht kontrollieren kann.
- Ich interessiere mich für die Namen von Pflanzen, die ich sehe.
- Wenn ich den Wetterbericht sehe, interessiere ich mich auch für die meteorologischen Schemata.
- Es stört mich, wenn zu Hause die Dinge nicht an ihrem richtigen Platz sind.
- An der Mathematik faszinieren mich die Regeln und Muster, welche die Zahlen beherrschen.
- Ich habe kein Problem damit, mich in einer neuen Stadt zurechtzufinden.
- Ich könnte aus dem Kopf meine zehn Lieblingsbücher mit Titel und Autor aufzählen.
- Wenn ich die Zeitung lese, zieh es meinen Blick auf Informationstabellen und graphische Darstellungen.
- Wenn ich in einem Flugzeug sitze, denke ich über Aerodynamik nach.
- Ich verwahre sorgfältig meine Haushaltsrechnungen.
- Wenn ich viel einzukaufen habe, plane ich gerne, in welche Geschäfte ich gehe und in welcher Reihenfolge.
- Wenn ich koche, denke ich darüber nach, was ich wie in welcher Reihenfolge verwende.
- Wenn ich ein Musikstück höre, fällt mir auf, wie es aufgebaut ist.
- Ich könnte aus dem Kopf meine zehn Lieblingslieder mit Titel und Künstler aufzählen.
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- Letzte Aktualisierung am 10.12.11 -